Organtransplantation

Die Grundfrage, die dabei zunächst zu klären ist: Ist der Mensch bei der Organentnahme bereits tot, oder wird er erst dadurch getötet?

Organtransplantation

Die Grundfrage, die dabei zunächst zu klären ist: Ist der Mensch bei der Organentnahme bereits tot, oder wird er erst dadurch getötet?

Seit der Gedanke der Organtransplantation in den Gehirnen der Mediziner Einzug gehalten hat, wurde die Todesdefinition geändert. Man sprach nun nicht mehr vom Tod als solchem oder vom Gesamttod des Menschen, man verlegte den Tod auf einen früheren Zeitpunkt und einigte sich auf den Hirntod.

Dabei standen weniger die moralischen Erwägungen als vielmehr die praktischen Überlegungen im Vordergrund. Nur einem Hirntoten kann man das noch schlagende Herz entnehmen. Einem Hirn- und Herzkreislauftoten, also einem Toten nach der klassischen Definition, die auch dem gesunden Volksempfinden entspricht, der also weder Atmung (ob künstlich oder natürlich) noch Herzschlag aufweist, kann man verschiedene Organe zur Transplantation nicht mehr entnehmen, da sie zu diesem Zweck bereits unbrauchbar geworden sind.

Die amerikanischen Ärzte Dr. med. Paul A. Byrne und Dr. med. Richard G. Nilgers geben Antwort (sinngemäße Auszüge aus amerikanischen Veröffentlichungen) auf die so heiklen Fragen nach dem Hirntod.

Nilgers:

"Ich habe viele Hirntote gesehen. Sie sehen nicht tot aus. Es ist wahr, ihre Atmung ist passiv, die Maschinen atmen für sie, aber ihr Herz schlägt, ihr Blut zirkuliert, sie sind rosig und warm. Die jungen Männer sehen gut aus, die jungen Frauen sind hübsch, sogar bei ihrem Hirntod. Solch eine Person kann gesetzlich für tot erklärt werden, und es können ihr die Organe zur Transplantation entnommen werden.

Die Öffentlichkeit muss verstehen - und dieser Punkt wird oft zugunsten der Transplanteure beschönigt - dass der Körper - oder ist es noch die Person? - dann zum ´Eingriff` freigegeben wird, wenn das Herz noch schlägt und die Haut warm und rosig ist."