Margaret Sanger - Gründerin der modernen Gesellschaft

Zeitdokument 18 // Verschmutzte Quellen einer makabren „Neuen Ethik“.

von Elasah Drogin // 18-02-1988

 


Prof. Dr. Johannes Bökmann ist Herausgeber der Zeitschrift "Theologisches". Der hier vorliegende Beitrag von Elasah Drogin wurde im Heft 2/1988 von "Theologisches" nach einer Übersetzung aus dem Amerikanischen veröffentlicht.


 

Prof. Dr. Johannes Bökmann - Zur Einleitung


Bereits in unserem Heft Nr . 192 (April 1986) brachten wir einen eigentlich erschütternd-sensationellen Bericht von Elasah Drogin über Margaret Sanger und die trüben Quellen einer makabren "Neuen Ethik" (Sp. 7024-26). Erschütternd insofern, als sie durch den bekannten Sexologen Dr. Havelock Ellis mit Drogen (Meskalin), freiem Sex und einflußreichen Leuten, die dies praktizierten - man muß dies wohl als Verführung kennzeichnen - Bekanntschaft machte.

Er ermutigte z.B. seine Frau zu häufigen lesbischen Kontakten mit Margaret Sanger. Makaber insofern, als sie nachweislich auf die Rassen- und Sterilisationseugenik Hitlers eingewirkt hat.

"Im März 1914 verließ Margaret Sanger ihren ersten Mann und ihre drei Kinder und reiste nach England. Dort traf sie Dr. Havelock Ellis, den bekannten Sexologen und Schriftsteller. Durch Ellis wurde Sanger in die ganze bilderstürmerische ‘Intelligenz’ ihrer Tage eingeführt, deren zumeist widersprüchliche Philosophiefragmente sie wie eine eifrige Studentin absorbierte und in geschickter Weise zu einer ‘Philosophie’ verband, die das vorherrschende Verhalten des 20. Jahrhunderts geformt hat. Ihre eugenische Philosophie des ‘wissenschaftlichen Rassismus’ stammt von ihren bekannten Bettgenossen: H. G. Wells, Julian Huxley und George Bernard Shaw. Von diesen Männern und anderen erhielt sie das philosophische Rüstzeug für ihren Angriff gegen das, was sie als ‘unkontrollierte Fortpflanzung’ bezeichnete. Es ist kein Wunder, daß sie durch diese Kreise bald eng in die Rasseneugenik Hitlers verwickelt wurde." (a. a. O., Sp. 7025)

Vollends bestürzend aber ist die Tatsache, daß diese üblen libertin-perversen und sich "verantwortlich" gebenden sozialmanipulativen Ideen und Praktiken in einer weltweit außerordentlich einflußreichen Organisation bis heute ihre fürchterliche Spurhinterlassen: in "Planned Parenthood". Daß die dort verfolgten Programme mit Druckmitteln sozialer, steuerlicher Art u. a. m. an der Freiheit der Menschen vorbei arbeiten, belegt das folgende Zitat:

(Wir bringen hier einen Auszug aus dem Heft: FMG-Info 29 vom November 1986, welches sich ausführlich mit diesem Memorandum befaßt (FMG, Engelbert Str. 22b, D-81241 München)

Der Verfasser dieser Übersicht ist Frederick S. Jaffé, Vizepräsident von ‘Planned Parenthood/World Population’ (also wohl der Abteilung ‘Weltbevölkerung’ der amerikanischen Schwesterorganisation von ‘Pro Familia’). Quelle: ‘Activities Relevant to the Study of Population Policy for the US’ (= Studien über Probleme der Bevölkerungspolitik in den Vereinigten Staaten), Memorandum von Frederick S. Jaffé, gerichtet an Bernard Berelson, vom 11. März 1969. Berelson war der frühere Präsident des sog. (Rockefeller) Bevölkerungsrats in New York. Man kann selbst prüfen, wie viele der hier vorgeschlagenen Maßnahmen unterdessen schon weit vorwärts getrieben wurden, auch mittels der Schul-Sexualerziehung! Die nun folgende Tabelle beschreibt allgemeine oder teilweise anzuwendende Maßnahmen, um die Fruchtbarkeit herabzusetzen. (Als Hintergrund für diese gezielte weltweite Geburtenreduzierung muß man an die Ideologie der Gründerin von IPPF, Margaret Sanger, erinnern, die für eine Rassenselektion eintrat.)


Allgemeine Maßnahmen:

Soziale Druckmittel

- Abbau der Familienstruktur durch

  1. Aufschieben oder Vermeiden der Heirat
  2. Verändern des Leitbildes der Idealfamilie

- Zwangserziehung der Kinder

- Erhöhung der Homosexualitätsrate

- Erziehung zur Familienbegrenzung

- gesunde (unschädliche) Verhütungsmittel in der Wasserversorgung

- Förderung der Frauenarbeit


Ausgewählte Maßnahmen durch Einflußnahme auf den sozio-ökonomischen Status:

Wirtschaftliche Abschreckungsmittel und Anreiz:

- Änderung der Steuerpolitik:

  1. spürbare Heiratssteuer
  2. Kindersteuer
  3. höhere Steuern für Verheiratete als für Ledige
  4. Abschaffung der Steuerbefreiung für Eltern
  5. zusätzliche Steuern für Eltern mit mehr als 1 oder 2 Schulkindern

- Verminderung oder Abschaffung der Familien- und Kinderzulagen ...

- Abschaffung der Sozialleistungen nach den ersten zwei Kindern

- dauerndes Unter-Druck-Setzen

- Förderung der Frauenarbeit

- Reduzierung von Kinderbetreuungseinrichtungen


Soziale Kontrollen

- Zwangsabtreibungen bei außerehelicher Schwangerschaft

- Zwangssterilisation aller, die zwei Kinder haben, ausgenommen einiger, denen man drei erlaubt

- Begrenzung der Mutterschaft auf nur eine begrenzte Anzahl von Erwachsenen

- Aktienähnliche Erlaubnisscheine für Kinder ...


Zukünftig zu empfehlende Maßnahmen zur Verhütung ungewollter Schwangerschaften auf der Grundlage der derzeit vorherrschenden Motivation:

- Finanzielle Förderung der Sterilisation

- Finanzielle Förderung der Verhütung

- Finanzielle Förderung der Abtreibung

- Abtreibung und Sterilisation auf Verlangen

- Zulassung der Abgabe von gewissen Verhütungsmitteln ohne ärztliches Rezept

- Verbesserung der Verhütungstechniken

- Die Verhütung wirklich allen verfügbar und zugänglich machen

- Verbesserung der Gesundheitsfürsorge für die Mütter mit Familienplanung als zentralem Bestandteil


Soweit der Auszug aus dem FMG-Info.


Man kann aber nicht verschweigen, daß es inzwischen auch in der Kirche nicht wenig einflußreiche Stimmen und v. a. Verhaltensweisen von Katholiken gibt, die in die Nähe solcher ganz und gar inakzeptablen Tendenzen kommen. Verhütungspropaganda (angeblich als kleineres Übel gegenüber Abtreibungen - was längst via facti widerlegt ist); Eintreten für Sterilisierungen in bestimmten Fällen; feministisch beeinflußte Emanzipations-, Frauenarbeitspropagnda; aggressive Feindseligkeit gegen das Ehe- und Geschlechtsethos der Kirche. An ihr bricht sich tatsächlich eine gewaltig enthemmte Welle, deren Schmutz aus trüber Quelle und mitgetragenem Unrat nun immer mehr weltweit als tragischer Rückstand zutage tritt.

Der tiefe Schock durch Aids trifft v. a. jene Kreise, die die frühen libertinen Rezepte am frivolsten praktizierten. Er signalisiert das Ende jener hedonistischen "Unbefangenheit", in der man sich glaubte dem "Genuß ohne Reue" folgenlos überlassen zu können. Daß in dieser Lage Safer Sex empfohlen wird, zeigt die verbohrte Hartnäckigkeit, mit der solche "Errungenschaften" auch jetzt noch - ohne Bekehrungsbereitschaft - verbissen verteidigt werden.


 

 

Vorwort

Viele Menschen von heute finden keine Erklärung für die Tatsache, daß es zu einem so schnellen Verfall von Moral und damit zugleich von Mitleid, Großherzigkeit, Ehrlichkeit und Nächstenliebe gekommen ist. Heute werden wir mit einer individualistischen, nur auf den einzelnen bezogenen hedonistischen Moral konfrontiert, die das sich selbst genügende Individuum vergöttert und soziale Bindungen zwischen den Menschen schwächt.

(Anmerkung des Übersetzers: Der Leitsatz dieser individualistischen Moral heißt: "Erlaubt ist, was Spaß macht, Pflicht ist, was die Bedürfnisse der anderen befriedigt .")

Wir leben in einer Gesellschaft, die im Namen individueller Freiheit einer Mutter erlaubt, ja sie sogar dazu ermutigt, ihrem ungeborenen Kind das Leben zu nehmen. Dieser Egoismus treibt unsere Gesellschaft in den Untergang, denn in nichts unterscheidet sich die gegenwärtige Gesellschaft so kraß von allen vorherigen als durch ihre psychopathische Abneigung, Kinder in die Welt zu setzen. Was für eine Ironie! War doch die Menschheit nie wohlhabender und besser in der Lage, ihre Kinder zu versorgen als jetzt. Niemals bisher war der Welt eine so lange Periode ohne Hungersnöte beschieden.

Wodurch sind wir zu einem Volk geworden, das lieber sein soziales Gewissen ausschaltet, als daß es für die sorgt, die schwach und abhängig sind? Wie kommt es, daß uns die Medien weismachen können, man spare viele Steuerdollars, indem man armen Müttern die Abtreibung ihrer Kinder erlaubt, ohne daß ein Sturm des Protestes losbricht? Warum soll es plötzlich barmherzig sein, jene Menschen, die man als wenig wertvoll für die Gesellschaft einstuft, zu eliminieren, statt ihnen zu helfen?

Die Abkehr der Gesellschaft vom Mitleid setzt zu einer Zeit ein, die zusammenfällt mit der Lebenszeit einer Frau namens Margaret Sanger (1885-1966). Mehr als irgendeine andere zeitgenössische Frau muß man sie als Gründerin der modernen Gesellschaft und als Mutter der utilitaristischen Moral bezeichnen. Dieses Heft versucht, das nachzuweisen.

(Anm.: Utilitarismus = philosophische Lehre, die im Nützlichen die Grundlage des sittlichen Verhaltens sieht und ideale Werte nur anerkennt, wenn sie dem einzelnen oder der Gemeinschaft nützen.)


 


    

Elasah Drogin:

Margaret Sanger - Gründerin der modernen Gesellschaft -

  

Einführung

Der Einfluß von Margaret Sangers INTERNATIONAL PLANNED ARENTHOOD FEDERATION ist gegenwärtig so groß, daß man wohl sagen kann, ihre Schlagworte und Wertmaßstäbe sind genau die unserer westlichen Zivilisation und werden sehr bald die ganze übrige Welt beherrschen.

Um 1900 wären Margaret Sanger und ihre Familienplanung nur als erschreckende Utopie denkbar gewesen. Wenn einem Bürger von 1900 gesagt worden wäre, daß es in 75 Jahren höchst normal sein würde, durch mechanische und chemische Mittel Geburten zu kontrollieren und eventuelle Mißerfolge dabei durch weltweit gebilligte Abtreibung auszugleichen, so wäre er maßlos geschockt gewesen. Hätte man ihm gesagt, daß um 1978 als logische Folgerung von mechanischen und chemischen Verhütungsmitteln und Sterilisationen, von Abtreibung der Ungeborenen bis hin zur Entfernung der Gebärmutter mit Kind, Promiskuität und Pornographie für fast jeden akzeptabel geworden sei, er wäre zu Tode erschrocken.

Wie sehr hat sich unsere Gesellschaft seit kurzer Zeit in grundsätzlichen Dingen geändert! Wenn es einer bedeutenden Persönlichkeit möglich ist, das intimste und wesentlichste Fundament der Zivilisation nicht mehr auf moralischer, sondern auf unmoralischer Basis ruhen zu lassen, dann wird Margaret Sanger zurecht die Begründerin der modernen Kultur genannt, und zwar einer Kultur, die sich heute in den Werten darstellt, die Margaret Sanger und ihre Bewunderer propagierten. Man kann Margaret Sangers Einfluß auf die moderne Gesellschaft kaum hoch genug bewerten.

Sie verkündet eine verführerische Form von oberflächlichem Liberalismus. Dieser billigt einer Elite-Minderheit viele Freiheiten zu auf Kosten einer Mehrheit, die man beschwichtigt durch Gewähren unbeschränkter sexueller Befriedigung ohne die Bürde der möglichen Kinder. (1)


Margaret Sanger forderte die Begrenzung der Kinderzahl für die unteren Klassen. Als Grund gab sie an, die Welt müsse, um überleben zu können, ihr genetisches Potential verbessern, d. h. die arme Bevölkerung müsse sterilisiert und die Anzahl ihrer Kinder durch Geburtslizenzen herabgesetzt werden. (2)

Zugleich sollten die erfolgreichen Menschen und Rassen ermuntert werden, mehr Kinder zu erzeugen, die dann als neue Führer eine neue Welt ohne Verbrechen und Armut regieren würden; denn Armut und Verbrechen seien ja gerade durch die Geburten genetisch minderwertiger Kinder bedingt.

Aber anders als Adolf Hitler forderte Margaret Sanger friedliche Methoden der rassischen Reinigung. Wenn irgend möglich, sollten die Leute für ihre Einwilligung zur Sterilisation mit Geld und Geschenken bezahlt werden(3), die Familien sollten begreifen, daß sie einen viel höheren Lebensstandard ohne Kinder genießen können und wie beglückend Sexualakte in ihrer "reinsten" Form - ohne Angst vor Schwangerschaft und Kind - sind.

Aber untersuchen wir doch Margaret Sangers Persönlichkeit im Zusammenhang mit ihrem andauernden Einfluß auf die Gesellschaft.


 

Margaret Sanger: Gründerin der modernen Gesellschaft


Margaret Sanger weihte ihr ganzes Leben dem, was sie "ihre Sache" nannte, der internationalen Geburtenkontrollbewegung. (4)

Sie bekämpfte die amerikanische Justiz und die christlichen Traditionen. Sie mühte sich erfolgreich, die Gesetze, durch welche Verhütungsmittel verboten wurden, aufzuheben. Als Präsident in der amerikanischen Gesellschaft für Geburtenkontrolle (American Birth Control League) veröffentlichte sie THE BIRTH CONTROL REVIEW. 1942 gründete sie die Geburtenkontrollbewegung von Amerikas PLANNED PARENTHOOD und wurde Ehrenpräsidentin der internationalen Geburtenkontrollbewegung INTERNATIONAL PLANNED PARENTHOOD. Die gründete das Margaret-Sanger-Forschungszentrum, welches die Entwicklung der "Pille" finanzierte. Sie finanzierte und organisierte außerdem die Emigration des Deutschen Dr. Ernst Graefenberg, er war einer der Pioniere des IUD (Spirale). (5)

Dies sind einige ihrer bekanntesten Leistungen; aber erst die weniger bekannten erklären ihren starken Einfluß auf unsere Gesellschaft. Um wirklich zu verstehen, woher ihre "neue Ethik" kommt, muß man Margaret Sangers Leben von seinem Beginn her betrachten.


Margaret Sanger wurde als Kind irischer Emigranten in einer kleinen Stadt im Staate New York geboren. Ihr Vater, ein Freidenker, verbot Margarets Mutter den Kontakt zur katholischen Kirche und seinen elf Kindern den Besuch der katholischen Schule. Margaret Sanger hat niemals Bedauern über ihr Herkommen aus einer großen und armen Familie geäußert. Im Gegenteil, sie beteuert, daß dies nie ein Nachteil war und daß sie und alle ihre Brüder und Schwestern gesund und kräftig seien. Niemals bezog sie ihre späteren Theorien über die negative Wirkung zu vieler Kinder auf ihre eigene Familie, denn sie glaubte fest an die angeborene physische Überlegenheit ihrer genetischen Veranlagung. (6)


 

Theorie der "Rassischen Überlegenheit" (Racial Superiority)

Nach den Theorien der rassenhygienischen Philosophie, wie sie Margaret Sanger sowohl von ihrem Vater als auch von dem bekannten Sexologen Havelock Ellis übernahm, wird eines Menschen wirtschaftliche und soziale Situation im Leben allein bestimmt von seiner ererbten Überlebensfähigkeit; diese Fähigkeit deckt ein sehr weites Feld von "sehr geeignet" ab. Margaret Sangers Vater, Michael Higgins, war Steinmetz und fertigte Grabsteinengel an. Er begann, sich sehr für die damals beliebte Pseudowissenschaft der Phrenologie zu interessieren, also für das Studium der Schädelformen, aus denen man die geistigen und charakterlichen Fähigkeiten eines Menschen erkennen wollte. Phrenologie war der Auswuchs einer wissenschaftlichen Schule, die allgemein "Eugenik" genannt und von den Wissenschaftlern jener Zeit sehr ernst genommen wurde.

Schon 1904 richtete man einen Lehrstuhl für Eugenik an der Londoner Universität ein (7), und dieses Fach wurde sehr schnell an den Universitäten der Welt anerkannt und verbreitet, besonders in Deutschland, England und den USA.

Die Eugeniker machten Anleihen bei Darwins Theorie vom Überleben des Stärkeren in der Natur und wandten sie auf menschliche Verhältnisse an. Nur die Wohltätigkeit habe die Natur aus dem Gleichgewicht gebracht, indem sie aus Mitleid viele Menschen künstlich am Leben erhalten hätte, die infolge natürlicher Auslese schon längst ausgemerzt worden wären. Die Menschen, die in Slums lebten und gemäß ihrer tierischen Natur sich wie Kaninchen vermehrten, würden bald die Grenzen ihres Lebensraumes sprengen und die besseren Elemente der Gesellschaft mit Krankheit und minderwertigen Genen überschwemmen. (8)

Trotzdem, auch in der Geburtenkontrolle sah man ein mögliches Risiko. Sozialwissenschaftler fürchteten, daß die falschen Leute Geburtenkontrolle betreiben würden; man hatte ja schon festgestellt, daß die Harvard-Absolventen von 1900 entweder nur ein oder gar kein Kind hatten.(9) Interessanterweise lauteten denn auch die frühesten Slogans der Sangerschen Geburtenkontrollbewegung: "Mehr Kinder von Tüchtigen, weniger von Versagern, das ist das Ziel der Geburtenkontrolle" (10), und "Geburtenkontrolle schafft eine Rasse von Vollblütern." (11)


Von Anfang an war Geburtenkontrolle das von der sozialen Elite angewandte Mittel zur Senkung der Anzahl der gesellschaftlichen Unterschichtler. Die beiden oben angegebenen Zitate stehen nicht allein. In den zwanziger und dreißiger Jahren war man sich ganz im klaren über die Verbindung von Geburtenkontrolle und eugenischer Denkweise. Die BIRTH CONTROL REVIEW, die Margaret Sanger von 1917 bis 1938 herausgab, enthält hochqualifizierte Beiträge von weltbekannten und anerkannten Eugenikern, darunter Naturwissenschafter, Ärzte und Psychologen.


Eine besonders erschreckende Verbindung besteht zwischen Dr. Lothrop Stoddard und der Geburtenkontrollbewegung.

Stoddard, einer der Direktoren der amerikanischen Bewegung für Geburtenkontrolle (die Präsidentin war Sanger), hatte in Harvard promoviert und schrieb verschiedene Bücher, in denen er lautstark rassistische Parolen gegen Schwarze und andere Minderheiten vertrat. (12) 1940 schrieb er ein Buch mit dem Titel "Into the Darkness. Nazi-Germany Today" (Hinein in die Finsternis. Nazi-Deutschland heute). In einem Kapitel, überschrieben "In einem eugenischen Gericht", äußert er seine Bewunderung für die Methoden der Nationalsozialisten, die ihre Rassenprobleme durch Sterilisation minderwertiger Menschen lösen. Stoddard wohnte einer Sitzung des eugenischen höchsten Gerichts bei. Er faßte seine Eindrücke so zusammen: "Das Sterilisationsgesetz merzt die schlechten Anlagen in der germanischen Rasse in wissenschaftlicher und wahrhaft humaner Weise aus." (13)

1936 nahm Margaret Sanger an einem Round-table-Gespräch der amerikanischen Eugenischen Gesellschaft teil und hörte den Bericht Dr. Marie Kopps über die eugenische Sterilisation in Deutschland. (14)


Dr. Kopp hatte ein Stipendium für das Studium in Deutschland erhalten. Sie stellte fest, daß es "außer religiösen Skrupeln wenig Einwände gegen Zwangssterilisation gibt". Sie berichtete auch, daß das deutsche Sterilisationsgesetz nicht übereilt erlassen worden wäre, sondern erst nach sorgfältigem Studium des Sterilisationsprogramms in Kalifornien, das getragen wurde von der HUMAN BETTERMENT FOUNDATION (heute als Vereinigung für freiwillige Sterilisation bekannt). Kopp stellte fest, die Deutschen betrachteten es als "unmöglich, solche - etwa eine Million Menschen betreffende- Risiken auf sich zunehmen, ohne anderswo gewichtige Voraus-Erfahrungen gemacht zu haben."


 

Entwicklung der Sangerschen Philosophie

Die Entwicklung der Sangerschen Philosophie ist identisch mit der ihres Lebens. Margaret Sanger konnte dank der großzügigen Unterstützung ihrer zwei älteren Schwestern eine Privatschule am Hudson River besuchen. Hier traf sie mit Kindern sozial hochgestellter Familien zusammen. Ein Freund vermittelte ihr die Schwesternausbildung am White Plains Hospital. Aber schon drei Monate später hörte sie dort auf und heiratete William Sanger, einen vielversprechenden Architekten und Künstler aus einer begüterten Familie. Sie entwarfen und bauten ein schönes Haus in der Columbia Colony am Hudson River, einem anspruchsvollen Intellektuellen- und Künstlerviertel. Margaret Sanger war geradewegs von der Armut ihrer Jugend zu dem immer erstrebten Lebensstil emporgestiegen. Sie schickte ihre drei Kinder auf eine Privatschule und wurde für ungefähr zehn Jahre Hausfrau.


William Sanger war ein Ehemann, der alles für seine Frau tat, also zogen sie, als Margaret rastlos wurde, nach Greenwich Village, einem New Yorker Bohemeviertel. (15)


In New York besuchte sie den liberalen Klub "Mabel Dodge's Salon", sie lauschte Eugene Debs, dem berühmten Sozialistenführer, und Emma Goldmann, der Agitatorin, Feministin und offenen Verfechter in der Wunschkindideologie. (16)


Margaret Sanger schloß sich den Sozialisten und der örtlichen Fünften Kolonne an und organisierte die New Yorker Frauen. (17) Sie war erfüllt von Idealvorstellungen für eine bessere Welt für jedermann. Sie hoffte, ein Heilmittel gegen Tod und Armut in den Slums zu finden und wechselte schnell vom Sozialismus zu anarchistischen Revolutionsideen. (18)


An der Francisco-Ferrer-Schule hörte Margaret Sanger Wil Durant, einen abtrünnigen Jesuiten. Ferner Emma Goldmann, Clarence Darrow und viele andere. Hier wurde sie mit den Gedanken und Schriften der Ellen Key, einer schwedischen Feministin und Autorin von "The Woman Movement" (1912), vertraut. Von dieser Frau übernahm Margaret Sanger ihre zählebigen Ideen über Frauentum und Ehe. Miß Keys Buch stellt Nietzsches System der subjektiven Moral dar, das der heutigen Situationsethik entspricht.


 

Ehe ist ein Übel


Aus diesem Buch bezog Sanger ihre Philosophie, daß dem Menschen volle Freiheit bezüglich seiner Selbstverwirklichung und Entwicklung gewährt werden müsse, und daß allein die individuelle sexuelle Befriedigung - nicht Gesetz oder Tradition - die Ehe heiligt. Ehen, die der Frau keine sexuelle Befriedigung schenken, müßten geschieden werden, denn körperliche Liebe sei ein höheres Gebot als das bloße Gesetz. (19)


 

Margaret Sanger versetzte der Institution Ehe den ersten Schlag:

"Das Ehebett hat den verderblichen Einfluß in der sozialen Ordnung." (20)

Sie beschwor die freiwillige Bindung zwischen Sexualpartnern und ersetzte dadurch erfolgreich die kleinste Zelle der menschlichen Gemeinschaft - die Familie durch bloße sexuelle Individualbeziehungen. Den traditionellen Werten der Familie, ihrem Moralgefüge und ihrer Dauer wurde ein tödlicher Schlag versetzt. Alle diese Utopisten der Vorkriegsjahre waren von tiefer Sympathie für die Unterprivilegierten beseelt. Sie waren Anarchisten, die glaubten, durch die Abschaffung von Gesetz und Ordnung individuelle Freiheit schaffen zu können, die dann die Menschen dazu brächten, ihren weniger glücklichen Brüdern zu helfen. Sie forderten eine gleichmäßigere Verteilung des Wohlstandes, um die Leiden der Armen zu beheben. In den liberalistischen und anarchistischen Strömungen gab es unterschiedliche Ansichten betreffend Geburtenkontrolle bei der arbeitenden Bevölkerung. Sie beriefen sich dabei auf die Notwendigkeit, die Proletarier schon allein durch ihre wachsende Anzahl schlagkräftiger zu machen. Andere Sozialisten dagegen forderten einen Geburtenstreik, der das Arbeiterangebot verringern und dadurch die Löhne in die Höhe treiben sollte. In dieser Zeit war Geburtenkontrolle für Margaret Sanger ein Mittel des Arbeitskampfes und damals war sie deutlich, aber eben nur zeitweise auf Seiten der Armen.


 

"Menschlicher Abfall"

Es brauchte nur acht Jahre, um Sanger eine vollständige Kehrtwendung machen zu lassen: sie war nicht mehr auf der Seite der Armen. Sie richtete die Geburtenkontrollbewegung gegen die Menschen, denen sie früher hatte helfen wollen.

Als ihre Geburtenkontrollbewegung sich festigte, wandelte sich ihre Sympathie in Verachtung, ihre Großzügigkeit in tyrannische Kontrolle. Nun wollte sie die Geburtenkontrolle einsetzen zur Verringerung derjenigen, die sie als "menschlichen Abfall" einstufte, und sie wollte zugleich andere stärken, die zu einer gehobenen Bevölkerungsschicht gehörten und ihrer Ansicht nach besser zur Herrschaft geeignet waren. Diese überlegene Klasse wollte Sanger schützen vor einer auf demokratischen Mehrheitsbeschlüssen beruhenden Politik. (21)


1922 veröffentlichte sie ihre neue Philosophie in "The Pivot of Civilization " (Dreh - und Angelpunkt der Zivilisation) - eine Philosophie, welche Behauptungen wie die folgende enthielt:

"Die Philanthropen, die kostenlose Schwangerschaftsfürsorge unterstützen, tragen dazu bei, daß gesünderen und normaleren Bevölkerungsteilen die Last der sich gedankenlos und kriminell vermehrenden Bevölkerung aufgebürdet wird. Dies bringt - und ich glaube, der Leser muß mir da zustimmen - ein tödliches Übergewicht "menschlichen Abfalls"(!) mit sich. Anstatt die Schichten, die für die Zukunft der Menschen und der Welt am verderblichsten sind, zu vermindern und ihre Vernichtung anzustreben, gibt es eine Tendenz, sie bedrohlich anwachsen zu lassen." (22).

1920 stellte Sanger nachdrücklich einige im Gegensatz zur Erfahrung stehende Behauptungen auf. Sie beklagte die steigende Anzahl der Emigranten aus Süd- und Osteuropa (Juden und Italiener) und war sehr besorgt über ihre relativ größere Fruchtbarkeit nach ihrer Einwanderung in die USA. Sie bekam zunehmend Schützenhilfe von Seiten der bigottesten Amerikaner. (23) Margaret Sanger war nun ganz ins Lager der Eugeniker übergewechselt, die versuchten, Geburtenkontrolle bei Slumbewohnern und Armen populär zu machen. In den armen Leuten sah sie eine echte Bedrohung der Angelsachsen auf politischem und wirtschaftlichem Gebiet, allein schon auf Grund der zahlenmäßigen Überlegenheit dieser "Slawen, Lateiner und Hebräer". Es ist kaum ein Zufall, daß Sangers erste Geburtenkontrollklinik im New Yorker Stadtteil errichtet wurde, dort, wo überwiegend die neu emigrierten Slawen, Lateiner und Hebräer wohnten. Sie wurde von Freunden, die sie in England gefunden hatte, unterstützt. (24)

Die Reise, die Sanger im Herbst 1914 nach England führte, hatte einen beachtlichen Einfluß auf ihre soziale Philosophie und änderte ebenso entscheidend ihr persönliches Leben. Kurz nach ihrer Ankunft traf sie Dr. H. Ellis, Autor und Sexologe. Dieser gewann Sanger für die eugenischen Ideen und machte sie mit den Arbeiten der amerikanischen Oneida-Gesellschaft (American Oneida Community) bekannt. Diese 1841 von John Humphrey Noyes begründete Gesellschaft sagte der zufälligen Zeugung, wie sie ihrer Ansicht nach in der traditionellen Ehe unvermeidbar war, den Kampf an und befürwortete eine sogenannte komplexe Ehe, die nach strengen genetischen Vorschriften zukünftige Eltern so auswählte, daß sie die Garantie für möglichst hochwertige Kinder boten. (25) Diese Forderung ist später unter den Nazis in den Zuchtstätten LEBENSBORN verwirklicht worden. (26)


Damals, als Sanger Dr. Ellis traf, waren dessen eugenische Lösungsvorschläge für soziale Probleme schon weit gediehen. In seiner Veröffentlichung "Die Probleme der Rassenerneuerung" von 1911 plädierte Ellis dafür, Bedürftige nur dann nach dem Armenrecht zu unterstützen, wenn sie sich "freiwillig" der operativen Sterilisation unterwerfen. (27) Seine Schriften erschienen über Jahre, Monat für Monat, in der BIRTH CONTROL REVIEW.

Für die Herausgeberin Sanger war Ellis so etwas wie ein Heiliger. Alle Bücher, die er über Sex und sexuelle Abnormitäten schrieb, hatten den einen Tenor: normal ist jede sexuelle Verhaltensweise, solange sie keinen körperlichen Schaden anrichtet. (28) Er glaubte, daß dem Menschen kraft seiner Wissenschaft die Herrschaft über Leben und Tod zustände, und deshalb war er ein unnachgiebiger Verfechter des Euthanasiegedankens. (29) Ellis war von der halluzinogenen Droge Meskalin abhängig, was sicher auch zu seinem seltsamen pantheistisch gefärbten Glauben an einen unpersönlichen Gott beitrug. (30)


 

Scheidung und Wiederheirat

Bald nahm Margaret Sangers Charme Ellis ganz gefangen, und er erklärte, daß er sich noch nie vorher so schnell und vollständig zu einer Frau hingezogen gefühlt habe. Sehr bald begann er ein sexuelles Verhältnis mit ihr. Zur selben Zeit bereiste seine Ehefrau die USA und hielt Vorträge, deren Honorar den finanziellen Ruin des Ellisschen Haushalts abwenden sollte. Edith Ellis liebte ihren Mann sehr, fühlte sich aber auf sexuellem Gebiet von ihm enttäuscht. Seine häufigen außerehelichen Affären trieben sie in lesbische Beziehungen. (31)

Ellis verheimlichte sein Verhältnis zu Margaret Sanger und schrieb auch seiner Frau lange nichts darüber. Als er es dann endlich tat, war Edith Ellis ganz gebrochen. Nach ihrer Rückkehr nach England machte sie einen Selbstmordversuch, da sie glaubte, ihren Mann endgültig an Margaret verloren zu haben. (32)

In ihrer stark auf Wirkung bedachten Autobiographie macht Sanger die vielen Stunden, die sie "ihrer Sache" widmete, für das Scheitern ihrer Ehe mit William Sanger verantwortlich: es ist aber viel wahrscheinlicher, daß ihr Verhältnis mit Ellis und dessen Auffassungen über die Ehe die Gründe dafür waren. (33)


1922 heiratete Sanger J. Noah Slee, den Präsidenten der Three-in-One-Oil Company, und diese neue Ehe wurde von ihr nach den von ihr bewunderten Prinzipien der Ellisschen Eheauffassung gestaltet. (34)

Sie und ihr neuer Gatte hatten getrennte Wohnungen, und die jeweiligen Treffen wurden durch Sekretäre abgesprochen. Viele können sich Sangers Wahl nicht recht erklären. Sie verweisen auf ihre Einzigartigkeit; denn die Ehe mit einem praktizierenden Mitglied der Episkopalkirche schien so gar nicht zu einer Frau zu passen, die zu den "Rosenkreuzern" gehörte und sich stark zur indischen Mystik hingezogen fühlte. Slee war übrigens zufrieden mit diesem Arrangement und wurde der Hauptgeldgeber für die Geburtenkontrollbewegung. (35)

Ihre Heirat mit Slee veränderte Margaret Sangers soziales Umfeld und die Richtung der Geburtenkontrollbewegung. Sanger betreute nicht mehr arme Mütter in den Slums im Osten der Stadt, sie wurde zur alles bestimmenden Führerin einer Bewegung, die 1926 bezeichnenderweise von weißen, im Lande geborenen protestantischen Amerikanern mit überdurchschnittlichen Einkommen und gehobener Erziehung getragen wurde. (36)

Jetzt hatte Margaret Higgins-Sanger, die Tochter verarmter irischer Einwanderer, verheiratet mit einem außergewöhnlich wohlhabenden und zur Elite gehörenden Mitglied der Episkopalkirche, genug Zutrauen zur eigenen Person und Philosophie, um ihre Pläne - zur Steuerung des Sozialgefüges durch Geburtenkontrolle - der amerikanischen Öffentlichkeit vorzustellen und sie in die Tat umzusetzen.


 

"Die meisten Amerikaner sind geistesschwach"

An dieser Stelle ist es nun wichtig, die Bezeichnung "geistesschwach" zu definieren. Eine Bezeichnung, die auf dem Stanford-Binet-IQ-Test (Intelligenzquotient) basiert. In den zwanziger Jahren glaubte man felsenfest, daß der Intelligenzquotient angeboren, unveränderlich und damit ererbt sei. (37)

Im ersten Weltkrieg wurden amerikanische Soldaten nach Volksgruppen dem IQ-Test unterworfen. Nach diesen Untersuchungen war der Durchschnittssoldat beinahe ein Schwachsinniger und solche Gruppierungen wie Neger oder Südeuropäer waren danach den einheimischen weißen Amerikanern geistig weit unterlegen. (38)

In ihrer Veröffentlichung "Pivot of Civilization" führt Margaret Sanger aus, mit Hilfe des IQ-Tests könne man erkennen, daß es sehr wohl geistig defekte Menschen gebe, die "sprachgewandt, gescheit aussehend und attraktiv" seien, trotzdem aber auf dem geistigen Stand von Sieben-, Acht- oder Neunjährigen stünden. Diese würden das Intelligenzniveau von Schule und Gesellschaft senken, da ja sowohl Kirche als auch Staat sie ermutigten, sich übermäßig zu vermehren und auszubreiten. So prägte sie dann "nach ihrem Muster" eine ganze Gesellschaft. (39) Sanger glaubte, 70% der Amerikaner hätten das geistige Niveau von höchstens Fünfzehnjährigen. (40)

Diese Menschen seien geistesschwach. Sie nannte sie eine Bedrohung des Volkes und fürchtete, sie könnten eine Revolution entfesseln, deren Opfer die intelligenteren Bevölkerungsschichten wären. (41) Wiederholt griff Sanger die südeuropäischen Emigranten aus dem katholischen Italien an, die unbelehrbar dem Diktat ihrer Kirche folgten und sich gehorsam in schwachsinnigen Kindern fortpflanzten und das alles zu Lasten der wertvolleren Gesellschaftsklassen.

In "Birth Control Review" vom April 1932 erschien ein Artikel mit dem Tenor, daß durch Zölibat von Priestern und Nonnen, die ja die intelligenteren und hervorragenderen Typen unter den Katholiken seien, die katholische Bevölkerung schrecklich degeneriert und von unvorstellbar niedriger rassischer Gesundheit sei. (42)


 

Friedlicher Völkermord

Was für eine hoffnungslos düstere Welt hatte sich Margaret Sanger da geschaffen: sieben von zehn Menschen, die ihr auf der Straße begegneten, waren schwachsinnig und verantwortungsloses Zuchtvieh, dessen Fruchtbarkeit sie unter Kontrolle bringen wollte, ehe sie eine Revolution vom Zaune brächen. Was für eine gewaltige Aufgabe stellte sie sich, beherzt skizziert in ihrem "Plan für den Frieden", einem geschickt abgefaßten Plan für den friedlichen Völkermord: (43)

  • Einreiseverbot für solche Ausländer, deren Kondition die Rasse schädigt, wie z.B. Schwachsinnige, Juden und Katholiken sollte die Einreise verwehrt werden, indem man sie nach dem Stanford-Binet-IQ-Test als schwachsinnig einstuft.
  • Eine unnachgiebige und strenge Sterilisationspolitik. Eine Isolierung derjenigen Bevölkerung, deren Nachkommenschaft bereits geschädigt oder deren Erbgut nicht einwandfrei ist.
  • Schutz der Allgemeinheit gegen eventuelle zukünftige Belastungen, die durch mögliche Nachkommen schwachbegabter Eltern verursacht werden. Stimmen solche Personen einer freiwilligen Sterilisation zu, sollen sie im Alter durch eine entsprechende Pension abgesichert sein.
  • Den genetisch minderwertigen Teilen des Volkes ("dysgenic groups") soll die Wahl zwischen Isolierung (Ghettoverwahrung) und Sterilisation gelassen werden (eine sehr dehnbare Aussage, wenn man bedenkt, daß man unter "dysgenic groups" einfach Menschen mit schlechten Genen verstand).
  • Diesen abgesonderten Personen soll Farmland und Unterkunft zugeteilt werden, wo sie dann unter fachkundiger Anleitung ihr ganzes Leben arbeiten sollen (also praktisch in einem Konzentrationslager).
  • Es soll eine Bestandsaufnahme nach Kriterien wie Analphabeten, Sozialhilfeempfänger, Arbeitsunfähige, Kriminelle, Prostituierte und Rauschgiftabhängige gemacht werden; dann sollen diese Menschengruppen in speziellen Abteilungen unter medizinische Aufsicht gestellt und in Arbeitshöfen oder anderen öffentlichen Einrichtungen verwahrt werden, bis sie gebessert sind und ein moralisches Verhalten entwickelt haben.

Damit hätte man dann einen beträchtlichen Teil der Bevölkerung eingesperrt und - anstatt ihn zu bestrafen - gesundheitlich betreut, d. h. isoliert . Sicherlich hätten auf diese Weise 15 oder 20 Millionen Menschen - durch ihren vorbildlichen Verzicht auf Nachkommenschaft - zahllose Kinder vor dem Unglück ihrer genetischen Benachteiligung bewahrt. (Anders ausgedrückt: die Fortpflanzungsfähigkeit aller Menschen mit minderwertigen Genen oder unnormalen Verhaltensweisen würde so gewaltsam unterbunden). 


 

Sanger kultiviert die amerikanische Nazidoktrin

Im April 1933 widmete "Birth Control Review" ein ganzes Heft der eugenischen Sterilisation.

  • Die Ausgabe brachte einen Artikel von Prof. Dr. Ernst Rudin, der unter Hitler Kurator des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Anthropologie, Humangenetik und Eugenik war. (44) Dieser Artikel "Eugenische Sterilisation: eine dringende Notwendigkeit" vermittelte den amerikanischen Verfechtern der Geburtenkontrolle eine klare Botschaft: "Wir sollten, ohne zu zögern, handeln. Es ist nicht nur unsere Aufgabe, die Multiplikation schlechter Rassen zu unterbinden, es ist genau so unsere Pflicht, die gutbegabten Rassen zu erhalten und die Geburtenrate der gesunden Durchschnittsbevölkerung zu erhöhen." (45)
  • Rudin zählte zur sogenannten schlechten Rasse beispielsweise einen jungen Mann mit einer harmlosen Phimose (Vorhautverengung), da ein solcher "unfähig zu außergewöhnlichen Leistungen im Sport, im Leben, im Krieg oder bei drohender Gefahr" sei und empfahl, ihn zu sterilisieren, ja, er forderte sogar rigoros eine Zwangssterilisation.
  • Der Massenmord an psychisch Kranken wurde organisiert und mit voller Billigung Rudins ausgeführt; er warnte seine Gefolgschaft vor "übermäßigem Mitleid und vor Nächstenliebe". (46) Margaret Sanger sprach oft genug die gleiche Warnung aus.
  • Viele führende amerikanische Eugeniker wie Paul Popenoe, Lothrop Stoddard, Leon F. Withney, Harry Laughlin, C. C. Little und Guy Irving Burch, die alle der amerikanischen Geburtenkontrollbewegung eng verbunden waren, machten kaum einen Unterschied zwischen Eugenik und den Zielen der Nazis.
  • Paul Popenoe forderte vehement die Sterilisation von zehn Millionen Amerikanern und pries die Deutschen, (47) die "einer Politik zusteuerten, die mit dem wertvollsten Gedankengut der Eugeniker aller zivilisierten Länder übereinstimmt". (48) Leon F. Withney, ein bedeutender Verteidiger der eugenischen Sterilisation, schrieb: "Das amerikanische Judentum argwöhnt natürlich, daß der deutsche Kanzler seine Gesetze speziell zur Sterilisation der deutschen Juden erlassen hat, aber ich glaube, dieser Gedanke ist weit von der Wahrheit entfernt." (49) Withneys Artikel "Selektive Sterilisation" stellt fest: "Es wird behauptet, daß der Erfolg einer Demokratie von der Qualität ihrer Menschen abhängt. Dies ist wahr, und deshalb hat Amerika zwei Dinge zu tun. Erstens, diejenigen, die physisch und geistig so beschaffen sind, daß sie der Gesellschaft nützen, müssen unterstützt werden; und zweitens müssen die, die physisch, geistig und sozial unzulänglich sind, an der Fortpflanzung gehindert werden." (50)

Withney schlug einschränkende Ehegesetze, eugenische Propaganda und Geburtenkontrolle zur Verbesserung des amerikanischen Erbgutes vor.


 

Hitler und Sanger - Hand in Hand


In derselben Absicht bediente sich Adolf Hitler der Geburtenkontrolle, in dem er den Ariern Geburtenkontrolle und Abtreibung untersagte und rassisch hochstehende Eltern für das Hervorbringen von Kindern belohnte. Gleichzeitig überzog er die östlichen Territorien außerhalb Deutschlands, wo er einen Bevölkerungszuwachs unbedingt stoppen wollte, mit einem Propagandafeldzug für Geburtenkontrolle und Abtreibung.

Geburtenkontrolle wurde als absolut sicher und die Geburt als Gesundheitsrisiko hingestellt. Informationen zur Geburtenkontrolle waren leicht erhältlich. Hitler sagte: Im Hinblick auf die großen Familien der eingeborenen Bevölkerung könne es uns nur recht sein, wenn die Mädchen und Frauen dort so viel wie möglich abtrieben. Reger Handel mit Verhütungsmitteln solle in den Ostgebieten eifrigst unterstützt werden, da man doch unmöglich das leiseste Interesse am Zuwachs von nicht germanischen Völkern haben könne. (51)

Himmler, der Hitlers Befehle in die Tat umsetzte, leitete den Propagandafeldzug, der diese minderwertigen Leute davon überzeugen sollte, daß viele Kinder bloß Schaden brächten. Harry H. Laughlins Beitrag zu dieser speziell der Geburtenkontrolle gewidmeten Ausgabe von "Birth Control Review" stellt fest, daß bis Dezember 1931 in verschiedenen Bundesstaaten der USA nach unterschiedlichen Gesetzen 15.000 Sterilisationen durchgeführt worden waren, aber bei keiner davon sei ein eugenischer Fehler unterlaufen, denn nicht einer der Sterilisierten und keines der so verhinderten Kinder wären je von Nutzen für den Staat geworden. (52)

Laughlins Mustergesetz zur eugenischen Sterilisation, das von Hitler übernommen wurde, brachte ihm 1936 die Ehrendoktorwürde der Universität Heidelberg ein, jener deutschen Universität, die zum Zentrum der Diskussionen über Rassenprobleme geworden war. (53)

Zur selben Zeit veröffentlichte Margaret Sanger ihre Pläne für einen gutorganisierten, sanften Völkermord. Biologen, Soziologen, Eugeniker und Psychologen leisteten ihr dabei Schützenhilfe. Aber wie sollte sie vorgehen, um die Zustimmung der amerikanischen Öffentlichkeit zu bekommen? Sanger, die ein gutes Einfühlungsvermögen in volkswirtschaftliche Zusammenhänge hatte, appellierte an die Sparsamkeit der Bevölkerung. Ihr Eintreten für die eugenische Sterilisation würde eben jenen Leuten niedrigere Steuern bescheren, denen man viele Kinder zubilligte. Sanger macht das sehr klar, wenn sie sagt: "Es gibt nur eine einzige Antwort auf die Forderung nach einer höheren Geburtenrate bei den Intelligenten: Die Regierung muß gebeten werden, die Last der Ungesunden und Schwachsinnigen von ihnen zu nehmen. Sterilisation ist dafür die Lösung." (54)

Für Margaret Sanger war Wohltätigkeit grausam und Menschenliebe sentimental, weil dadurch die Untauglichen ermutigt würden, Kinder in die Welt zu setzen, und damit den amerikanischen Steuerzahler belasteten. Ihr Wertsystem war viel utilitaristischer als alles, was amerikanische konservative Gesetzgeber jener Zeit zu akzeptieren bereit waren.


 

M. Sanger: Feindin der Demokratie

M. Sanger beurteilte die amerikanische Demokratie mit ätzender Kritik. Sie betrachtete sich als "pessimistischen Beobachter" und glaubte, daß die gesetzgebende Führung Amerikas nur dank ihrer "schlitzohrigen Schlauheit" die Stimmen der rassisch blinden Masse gewinnen konnte und so zu Amt und Würden kam. Sie glaubte sogar, daß die Regierenden selbst "anscheinend geistig und körperlich untauglich" seien. (55)

Sanger verabscheute das demokratische Verfahren, das jedem Bürger eine Stimme gibt. So schrieb sie in der "Birth Control Review" vom April 1925: "Wir können alle wählen, sogar die geistig Beschränkten. Und so ist es keine Überraschung, daß die Stimme des Idioten ebensoviel gilt wie die Stimme des Genies. Die Aussichten sind wenig erfreulich."

Nach Margaret Sangers Vorstellung sollte lieber die angelsächsische Elite eine aristokratische Regierung bilden, als dieses Geschäft dem zahlenmäßig überlegenen Teil der Bevölkerung zu überlassen, die ja nur aus wahlloser Zucht eines minderwertigen Pöbels stamme. Sangers Gedankengänge deckten sich völlig mit den Theorien Hitlers, der die Stammbäume aller potentiellen zukünftigen Regierungsmitglieder persönlich überprüfte, ebenso wie die der Angehörigen der SS und der Elitegruppen. (56)

  • Das Wirtschaftssystem des Dritten Reiches entsprach ziemlich genau Margaret Sangers Wünschen. Dr. H. Paull, einer von Hitlers Experten für Rassenhygiene, erläutert des Führers Wirtschaftsverständnis sehr gut, wenn er 1934 ausführte: "Dank der öffentlichen Wohlfahrt braucht ein großer Teil der Bevölkerung sich nicht mehr um die materielle Versorgung der Kinder zu kümmern. Wenn Eltern kein Geld für die lebensnotwendigen Bedürfnisse aufbringen können, übernimmt der Staat diese Aufgabe. Das betrifft meistens solche Kinder und Eltern, die keineswegs stolz auf ihr Erbgut sein können, und die deshalb in erbbiologischer Hinsicht ungeeignet für die Erzeugung von Nachwuchs sind. Man weiß aber, daß gerade minderwertige Familien keinerlei Skrupel haben, Kinder hervorzubringen. (57)

Dies könnte Wort für Wort übernommen sein aus Margaret Sangers Buch "Pivot of Civilization". In dem so treffend bezeichneten Kapitel "Die Grausamkeit der Nächstenliebe" heißt es:

  • "Überall begegnen uns Armut und große Familien Hand in Hand. Also gerade die, die am wenigsten dazu taugen, eine Rasse zu erhalten, vermehren sich am stärksten. Leute, die ihren Nachwuchs nicht selber unterhalten können, werden von Kirche und Staat zur Produktion großer Familien ermuntert. Viele der so erzeugten Kinder sind krank oder schwachsinnig, viele werden kriminell. Dem gesunden Teil der Bevölkerung wird dann die Last des Unterhaltes für die unerwünschten Typen aufgebürdet. Das Geld, das zur Hebung unseres Zivilisationsstandards dienen könnte, wird so zum Unterhalt derer verschleudert, die nie hätten geboren werden dürfen."(58)

 

International Planned Parenthood heute

Vielen Lesern vermittelt ihr soziales Gewissen die Erkenntnis, daß Armut eher aus Benachteiligung als aus ererbter genetischer Minderwertigkeit entsteht. Ihnen mögen die vorgenannten Behauptungen Sangers absurd oder wenigstens veraltet erscheinen.

Aber sind sie es? Haben Margaret Sangers Schüler, die heute in der internationalen Geburtenkontrollbewegung tätig sind, ihre Ideologie zugunsten einer humaneren aufgegeben?

Als die Weltöffentlichkeit die logischen Konsequenzen von Hitlers auf rassenhygienischen Theorien begründeten Totalitarismus begriff, mußte Margaret Sangers Geburtenkontrollbewegung ihre bisherige eugenische Redeweise schnellstens ändern. Mit Rassenhygiene rechtfertigten die Nazis in Deutschland die Massensterilisation und Euthanasie von angeblich untauglichen Menschen und zweifellos auch die Ausrottung von sechs Millionen Juden. (59)

Die Führer der amerikanischen Geburtenkontrollbewegung spürten den Abscheu und die Panik, die um sich griffen. Sie sahen ein, daß sie nur dann als soziale Pioniere die Gesellschaft verändern könnten, wenn sie die Geburtenkontrolle, durch die sie den sog. "menschlichen Abfall" aus der amerikanischen Bevölkerung zu eliminieren gedachten, in einer subtileren und dem okratischeren Weise anpriesen. Schönfärberisch sprach man von "Planned Parenthood" (geplante Elternschaft) statt von amerikanischer Geburtenkontrollbewegung. Die Statistiken von heute beweisen, daß durch PLANNED PARENTHOOD Margaret Sangers Träume Wirklichkeit geworden sind. Leben wir jetzt in der schönen neuen Welt, wie sie Margaret Sanger als Erste visionär beschwor? (Übersetzt von Gudrun Opitz)


 


Literaturverzeichnis / Anmerkungen


1 Margaret Sanger "Pivot of Civilization", New York , Brentanos, 1922, p. 282.

2 David M. Kennedy "Birth Control in America - The Career of Margaret Sanger", New Haven and London, Yale University Press, 1970, p. 117. From a speech by Margaret Sanger in Hartford , Connecticut , Feb. 11, 1923; copy in Margaret Sanger Papers "Library of Congress".

3 Margaret Sanger "Plan for Peace", BIRTH CONTROL REVIEW, April 1932; Vgl. auch BIRTH CONTROL REVIEW, April 1925, "Adress of Welcome to The Sixth Intern at. Neo-Malthusian and Birth Control Conference", p. 100.

4 Margaret Sanger "An Autobiography" (New York, Dover Pub. 1971, originally published in 1938), p. 194.

5 Hans Lehfeldt, M.D.,"Ernst Graefenberg and His Ring", MT. SINAI JOURNAL OF MEDICIN E, vol. 42, no. 4, Juli-Aug. 1975, p. 345.

6 Margaret Sanger "An Autobiography", p. 29.

7 Bernhard Schreiber "The Men Behind Hitler - A German Warning to the World ", La Haye Mureaux, France, 1971, p. 345.

8 Margaret Sanger "Pivot of Civilization", p. 80 u . 179. Siehe auch Donald Pickens "Eugenics and the Progressives", Vanderbilt University Press, 1968, p. 195.

9 David M. Kennedy "Birth Control in America - The Career of Margaret Sanger", p. 44.

10 Margaret Sanger, BIRTH CONTROL REVIEW, May 1919, vol. III, n o. 5, p. 12.

11 Ibid., Nov. 1921, vol. V, no. 11, p. 2.

12 Kenneth M. Ludmerer "Genetics and American Society", Baltimore and New York, The John Hopkins University Press, 1972, p. 25.

13 Lothrop Stoddard "Into the Darkness - Nazi Germany Today", New York, Duell, Sloanand Pearce, 1940, p. 196.

14 Marie E. Kopp, Ph.D. "Legaland Medical Aspects of Eugenic Sterilization in Germany", a talk delivered at "The Annual Meeting and Round Table Conferences of the American Eugenics Society", May 7, 1936.

15 David M. Kennedy "Birth control in America - The Career of Margaret Sanger", p . 8.

16 Anm. d. Übers.: Nach INTERNATIONAL PLANNED PARENTHOOD und ihrer deutschen Unterorganisation PRO FAMILIA dürfen nicht erwünschte ungeborene Kinder getötet werden.

17 Margaret Sanger "An Autobiography", p. 75.

18 David M. Kennedy "Birth Control in America - The Career of Margaret Sanger", p. 11.

19 Ibid., p. 13.

20 Ibid., p. 23.

21 Margaret Sanger "Pivot of Civilization ", p. 177.

22 Ibid., p. 177

23 David M. Kennedy "Birth Control in America - The Career of Margaret Sanger", p. 113-117.

24 Ibid., p. 118.

25 Hilda Herrick Noyes, M.D. and George Wallingford Noyes, A.B. "The Oneida Community Experiment in Stirpicuture", Eugenics Quarterly, Dec. 1967, vol . 14, no. 4.

26 Vgl. Marc Hillel, Clarissa Henry "Of Pure Blood", New York, McGraw Hill, 1976.

27 Havelock Ellis "The Problem of Race Regeneration", New York, Moffat, Yard and Co., 1911, p.65.

28 Arthur Calder-Marshall "The Sage of Sex - The Life of Havelock Ellis", New York, Putnam's, 1959, p . 88.

29 Ibid., p. 275.

30 Havelock Ellis "My Life", Boston , Mifflin Co., 1939, p . 67.

31 Arthur Calder-Marshall "The Sage of Sex - The Life of Havelock Ellis", p . 207.

32 Ibid., p. 198.

33 David M. Kennedy "Birth Control in America - The Career of Margaret Sanger".

34 Lawrence Lader "The Margaret Sanger Story", New York, Doubleday and Co., 1955, p . 79.

35 David M. Kennedy "Birth Control in America", p. 99.

36 Ibid., p. 100.

37 Donald K. Pickens "Eugenics and the Progressives", p . 151.

38 Ibid., p.152.

39 Margaret Sanger "Pivot of Civilization ", p. 91.

40 David M. Kennedy "Birth Control in America - The Career of Margaret Sanger", p . 116.

41 Margaret Sanger "Pivot of Civilization ", p. 90.

42 Margaret Sanger, "BIRTH CONTROL REVIEW", April 1932, vol . 16, no. 4, ebenso in: "Eugenics Society of Nothern California", "Eugenics and the Church" by Kenneth C. McArthur, Sept. 13, 1945, Eugenics Pamphlet, vol. 42.

43 Margaret Sanger "Plan for Peace", BIRTH CONTROL REVIEW, April 1932, vol. 16, no. 4, p.107.

44 Bernhard Schreiber "The Men Behind Hitler - A German Warning to the World ", p. 35.

45 Ernst Rudin "Eugenic Sterilization: An Urgent Need", BIRTH CONTROL REVIEW, April 1933, vol.17, no. 4, p. 102.

46 Frederick Wertham, M.D., "A Sign For Cain", New York, MacMillan Co., 1966, p.163.

47 Paul Popenoe "Eugenic Sterilization", BIRTH CONTROL REVIEW, April 1933, vol. 17, no . 4, p. 82.

48 Kenneth Ludmerer "Genetics and American Society ", p. 117.

49 Ibid,. p. 118.

50 Leon F. Withney "Selective Sterilization", BIRTH CONTROL REVIEW, April 1933, vol. 17, no. 4, p. 85.

51 Marc Hillel, Clarissa Henry "Of Pure Blood", Bonn, 1951, p. 148, in Anlehnung an Hitlers Tischgespräche im Führerhauptquartier, 1941-42.

52 Harry H. Laughlin "Eugenical Aspects of Legal Sterilization", BIRTH CONTROL REVIEW, April 1933, vol. 17 no. 4, p. 87.

53 Kenneth Ludmerer "Genetics and American Society", p.118.

54 Margaret Sanger BIRTH CONTROL REVIEW, October 1926.

55 Margaret Sanger "Intelligence Tests for Legislators", BIRTH CONTROL REVIEW, May 1923, vol. 7, no. 5, p. 1.

56 George Mosse "Nazi Culture: Intellectual, Cultural and Social Life in the Third Reich", London, W. H. Allen, 1966, p. 307.

57 Ibid., p. 38 quoted from Hermann Paull "Deutsche Rassenhygiene: Ein gemeinverständliches Gespräch über Vererbungslehre, Eugenik, Familie, Sippe, Rasse und Volkstum, Teil II, Eugenik, Rassenpflege", 1934, p p. 17-21.

58 Margaret Sanger "Pivot of Civilization", p. 279, taken from the first statement of "Principles and Aims of the American Birth Control League".

59 Mark H. Haller "Eugenics: Hereditarian Attitudes in American Thought", New Brunswick, N. J., Rutgers University Press, 1963, p. 20.  


Das Buch "Der Dämon des Thomas Robert" ist vergriffen und nur mehr antiquarisch erhältlich.