Kinder als Handelsware

Sklavenhandel im 21. Jahrhundert

Wie sehr Kinder zur Handelsware geworden sind, zeigt das jüngste Beispiel aus der Ukraine.
Bedingt durch die Corona-Pandemie können nach Nachrichteninformationen (u.a. Tagesschau vom 23.5.2020) vermutlich mehr als 100 Babys - kleine Kinder - nicht von ihren "Bestellern" abgeholt und aus der Ukraine ausgeführt werden. Sie wurden von meist "gut betuchten" Paaren „bestellt“ und von ukrainischen "Leihmüttern" gegen Bezahlung ausgetragen. Nun werden sie von angemieteten Babysittern oder medizinischem Personal "betreut".
Wer glaubt, der Sklavenhandel sei seit etwa 200 Jahren abgeschafft, wird hier eines "Besseren" belehrt. Kiew ist ein großes Zentrum, aber bei weitem nicht das Einzige, für diese Art von "Bestell-Handel". Laut ukrainischem Justizministerium wurden - offiziell - im letzten Jahr ca. 1500 Babys ausländischer Paare in Auftrag gegeben.
Aber nicht "nur" Corona ist ein Problem in diesem Zusammenhang. Viele Implikationen sind denkbar und treten tatsächlich ein:
Was ist, wenn die bestellte "Ware" nicht einwandfrei ist? Versprechen manche dieser "Kinderfabriken" eine "Geld-zurück-Garantie"?
Was ist, wenn das Paar zwischenzeitlich in Scheidung lebt, oder Zwillinge/Drillinge nicht abgenommen werden? Das Geschlecht des eigens "erzeugten" Wunsch-Kindes unerwünscht, oder die Frau zwischenzeitlich doch selbst ein Kind empfangen hat? Was ist mit den ausgebeuteten Frauen, die sich meist in finanzieller Not dazu "bereit" erklären, das Kind auszutragen? Und, und ...
Hinzu kommt die vielfache Samen- und Eizellspende sowie andere Manipulationen. Diese Verfahren sind in Deutschland - Gott sei Dank - noch verboten, aber wird nicht jetzt der Ruf nach Legalisierung lauter?
Wie weise ist doch die Ablehnung solcher Verfahren durch die Katholische Kirche, schon seit Beginn dieser Entwicklung - von vielen leider unverstanden!

Walter Ramm (Vorsitzender, Aktion Leben)