Familienplaner

"Internationale Diktatur der Familienplaner"

Eine „Lösung" ohne Würde und Erfolg

Eine Betrachtung von Elisabeth Backhaus

Die Beteiligung der UNO an Sexual- und Bevölkerungserziehung, wie sie in diesen Artikeln dargestellt wird, reicht weit zurück.

Bereits 1952 schrieb Dr. Brock Chisholm, erster Direktor der Weltgesundheitsorganisation der UNO, in „People Learn to Learn?", das größte fortdauernde Hindernis der Entwicklung einer zivilisierten Welt sei das Konzept von „gut und böse", ein Konzept, welches nach seiner Meinung ausgemerzt werden müsse. Glaubenssätze und Dogmen waren für ihn ein Greuel. Die Kinder müßten befreit werden von nationalen, religiösen und kulturellen „Vorurteilen", die Eltern und religiöse Institutionen ihnen aufgezwungen hätten. Eltern betrachtete er als Diktatoren und Unterdrücker der besseren Natur ihrer Kinder und schlug vor, Sexualerziehung bereits in der 4. Klasse einzuführen, um „den Einfluß der Eltern" zu eliminieren, wenn notwendig mit Zwang (vgl. V. Riches „Sex Social Engineering").

  • Das Konzept Chisholms hat sich nicht nur, wie die o. a. Ausführungen zeigen, in der UNO durchgesetzt, sondern ist auch die Grundlage der Ideologie der International Planned Parenthood Federation, die mittels ihrer 131 nationalen Unterorganisationen ebenfalls die „ganze Menschheit in die neue Moral" überführen möchte. Pro Familia ist der deutsche Zweig der International Planned Parenthood Federation.

  • Sowohl der UN Fonds für Bevölkerungsmaßnahmen als auch International Planned Parenthood und deren nationale Unterorganisationen (in Deutschland Pro Familia) werden zur Verwirklichung dieser Ziele von den nationalen Regierungen mit großen Beträgen aus Steuergeldern der Bürger unterstützt. Seit den 50er Jahren sind auch von den deutschen Regierungen Millionenbeträge dafür ausgegeben worden.

  • Grundlage dieser „neuen Moral" ist eine atheistische utilitaristische (nach Nützlichkeit) Güterabwägungstheorie, nach der es - wie Chisholm fordert - weder in sich böse noch in sich gute Taten gibt, sondern Zweck und Nutzen in der jeweiligen individuellen oder (übergeordnet!) sozialen Situation die „Moral" des Handelns bestimmen. Auch dem heute von vielen katholischen Moraltheologen vertretenen Konzept der „autonomen Moral" liegt eine im Wesen ähnliche „Güterabwägungstheorie" zugrunde.

Aufschlußreich für eine „gute" und „böse", absolute Ver- und Gebote sowie die christliche Naturordnung außer acht lassende „Güterabwägungstheorie" ist, dass sie gar nicht neu ist, sondern bereits 1927 vom Reichsgericht (Entscheidung 61242) zum Zweck der Rechtfertigung von Abtreibung aus gesundheitlichen (nicht nur lebensgefährdenden) Gründen in das Strafrecht eingeführt wurde. In dem dieser Entscheidung zugrundeliegenden Fall handelte es sich um eine „hysterische Selbstmorddrohung".

Es ist bemerkenswert, dass heute - auch von katholischen Moraltheologen - die „Güterabwägungstheorie" eingesetzt wird, um gewisse Formen der Abtreibung, Euthanasie und In-vitro-Fertilisation (bei der viele befruchtete Eier - Menschen im Anfangsstadium ihres Lebens - geopfert werden) zu rechtfertigen.

Wohin die geschilderte Sexual- und Bevölkerungserziehung des United Nation Fund of Population Activites (UNFPA) und der International Planned Parenthood Federation, London (IPPF) führen, zeigt deren Beteiligung am chinesischen „Familienplanungsprogramm". Seit 1979 hat die chinesische Regierung eine strikte Ein-Kind-Politik zwangsweise eingeführt. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, dürfen Paare nur ein Kind haben, und auch nur zu einem Zeitpunkt, den die Regierung bestimmt. Wenn eine chinesische Frau ein Kind bekommt ohne eine Lizenz für die Geburt zu haben, wird ihre Schwangerschaft als nicht „autorisiert" betrachtet, und sie muss abtreiben lassen, oftmals noch im letzten Drittel der Schwangerschaft. Auch Zwangsterilisation ist ein zweckdienliches Mittel, diese Politik durchzusetzen (vgl. eine Artikelserie von Michael Weisskopf in „The Washington Post", Januar 1985).

Die UNFPA und IPPF haben dieses chinesische Programm mit hohen Beträgen unterstützt. Sie halfen auch bei der Entwicklung und Durchführung des Ein-Kind-Programms. 1983 erhielt China von der UNO den Preis „für die größte Aufmerksamkeit im Hinblick auf Bevölkerungsfragen". Die UNO wurde dafür von Planned Parenthood gelobt.

Unter Präsident Reagan wurden sowohl dem UNO Fonds für Bevölkerungsmaßnahmen als auch der Organisation International Planned Parenthood wegen der Unterstützung von Zwangsabtreibungen und -sterilisationen im chinesischen „Familienplanungsprogramm" die finanziellen Zuwendungen entzogen und die Vorgänge in China als „Verbrechen gegen die Menschlichkeit" gebrandmarkt. Das hat China nicht davon abgehalten, seine Ein-Kind-Politik fortzusetzen. Präsident Clinton hat - als eine seiner ersten Amtshandlungen - die Sperrung dieser Zuwendungen rückgängig gemacht.

Elisabeth Backhaus


Weiterführende Literatur

Elasah Drogin, Margaret Sanger - Gründerin der modernen Gesellschaft, Schriftenreihe der Aktion Leben e. V., Heft Nr. 1 - siehe auch WebSite "Unsere Medien/Medienliste" -

Carol Everett/Valerie Riches, Die Drahtzieher hinter der Schulsexualerziehung, Schriftenreihe der Aktion Leben e. V., Heft Nr. 2 - siehe auch WebSite "Unsere Medien/Medienliste" -