Auswirkungen der sexuellen Freizügigkeit

Zeitdokument 10 // sexuelle Freizügigkeit

Ein Beitrag von Walter Ramm, Vorsitzender der AKTION LEBEN e. V.


Kann man mit vierzehn Jahren die Verantwortung für ein Kind übernehmen?

„Ein Fisch, der immer mit dem Strom schwimmt, kommt nie zur Quelle."

Dieses alte Sprichwort ist sinngemäß durchaus anzuwenden auf die Situation der sexuellen Freizügigkeit. Nach den Stimmen der Zeit ist sie die Fahrkarte zum Glück.

Das Schlagwort „Erlaubt ist - was gefällt" ist das moralische Prinzip für die Handlungsweise vieler Menschen. Millionen sind gefangen in der trügerischen Jagd nach Lust.

Wie ist es dazu gekommen?

Wir haben heute die totale Aufklärung! Mag es früher viel Prüderie und Verklemmung gegeben haben, so gibt es heute kein Tabu mehr, die intimsten Dinge werden in der Öffentlichkeit breitgetreten. Die Aufklärung der Kinder über die biologischen und physiologischen Zusammenhänge der Zeugung berücksichtigen nicht deren Verständnishorizont.

Wir haben heute die totale Verhütung! Aber weil es kein 100%iges Verhütungsmittel gibt, deshalb verlangt unsere Gesellschaft die Abtreibung. Und mit der Abtreibung haben wir die totale Verhütung!

Wir haben die sexuelle Stimulation, angefangen vom sog. Softsex (erotische Bilder in Illustrierten, in der Werbung, kaum ein Fernsehfilm ohne Bettszene) bis zur Pornographie, sogar der harten Pornographie in Wort, Bild, Film und Video - ein milliardenschweres Geschäft.

Ja, wir tolerieren all das: Den Seitensprung in der Ehe sowie den vorehelichen Geschlechtsverkehr. Manche Mütter sind so tolerant, dass sie ihren 13-jährigen Töchtern die eigene Pille geben: „Meine Tochter soll es einmal besser haben, sie soll sich angstfrei ausleben können." Was die sexuelle Freizügigkeit angeht, haben wir fast „paradiesische Zustände". Man sehe sich nur Orte wie den „englischen Garten" in München, Schwimmbäder und Strände an.

Ist der einzelne Mann, die einzelne Frau glücklicher? Sind die Ehen besser geworden?

Es ist unschwer festzustellen, dass das Gegenteil der Fall ist. Ein etwa 16-jähriges Mädchen sagte mir einmal: „Aber Sex macht mich glücklich!"

Meine Antwort: „Dann müssten ‘die Damen’ von St. Pauli die glücklichsten Frauen der Welt sein!" - Aber jeder weiß, dass dies eben nicht so ist.

Ein anderes Mädchen meldete sich zu Wort und sagte: „Was soll ich denn tun? Ich bin 16 Jahre, mein Freund ist 17 Jahre. Er will unbedingt mit mir schlafen. Wenn ich das nicht tue, dann lässt er mich sitzen." Einige Mädchen, die in ihrer Nähe saßen, sagten dann spontan: „Den Kerl ließe ich sausen." Sie drehte sich um und sagte: „Aber ich liebe ihn!" (Ja und nun: Betroffenheit?)


Was ist denn nun Liebe?

In einem anschließenden Gespräch fragte ich: „Okay, Du liebst ihn. Liebt er auch Dich?" Große Augen schauten mich an. „Er sagt es und will die ganze Vereinigung mit mir." - „Nun, ich habe nicht gefragt, ob er Dich begehrt, das kann ich mir als Mann vorstellen. Du bist eine junge, hübsche, attraktive Frau, nein, ich meine, ob er Dich wirklich liebt. Liebe heißt: Du, nur Du für immer." Die Antwort des Mädchens: „Wie soll ich das wissen?" - Eben, wie kann man das in Erfahrung bringen; das ist doch die Frage?

Ich erzählte dann den Jugendlichen - übrigens waren auch zwei junge Männer dabei - folgende Fallbeispiele:

  • „Nehmen wir an (und wir hoffen, dass das nicht passiert), Du gehst nachher aus diesem Raum; auf der Straße fährt Dich ein Auto an, Du bist querschnittsgelähmt, sexuell ist nichts mehr drin. Wird Dein Freund bei Dir bleiben?" - „Wie soll ich das wissen?", war die Antwort.
  • „Nehmen wir weiter an, Du fährst mit Deinem Freund auf dem Motorrad. Ihr habt einen Unfall. Dein Gesicht und Dein Körper sind entstellt. Bleibt er dann bei Dir? Liebt er Dich, die Ulrike, oder liebt er nur Deinen Körper?"
  • „Nehmen wir weiter an: Dein Freund ist bei der Bundeswehr. Wegen eines Manövers kann er 6 Wochen nicht nach Hause kommen. Du wartest auf Ihn, Du bist ihm treu. Liebe ist treu! Was wird er machen? Die Frage quält Dich. Hält er das aus ohne Frau, oder geht er in eine Diskothek und lacht sich da ein Mädchen an?
  • Oder - Du liegst auf der Entbindungsstation eines Krankenhauses. Du hast vor 2 Tagen euer erstes Kind entbunden. Du denkst nach, was macht mein Mann jetzt? Hält er das überhaupt aus, die 6 Wochen vor und die 6 Wochen nach der Geburt enthaltsam zu leben, oder ‘feiert’ er gerade die Geburt des Stammhalters mit einer anderen? Er hat es nie gelernt, enthaltsam zu leben, er hat es nie gebraucht!"

„Was soll ich tun," war die Frage des Mädchens?

„Sag ihm doch: ,Wir sind noch zu jung für den Geschlechtsverkehr. Wir wollen warten.’ - Was meinst Du, was wird er antworten? Wenn er Dich liebt, dann wird er warten bis zur Ehe. Denn Du bist für ihn eine wertvolle Perle, für die es sich lohnt zu warten, um die es sich lohnt zu kämpfen; er wird Dich achten! Ein Bibelspruch sagt: Werft Eure Perlen nicht vor die Schweine!"

Daraufhin sagte eines der Mädchen: „Juwelen, die am Straßenrand liegen, sind wertlos!"

Wie treffend!


„Zölibat" in der Ehe?

Ein anderes Beispiel möchte ich berichten, das ich vor über 20 Jahren erlebte. In einer Diskussion über den Zölibat katholischer Priester war man unterschiedlicher Meinung: Die einen für, die anderen gegen die Ehelosigkeit von Priestern. Im übrigen war ich damals gegen den Zölibat, also für die Heirat der Priester. Nach langer Diskussion meldete sich ein älterer Herr zu Wort und sagte: „Ich lebe im Zölibat!" Wir schauten uns an und verstanden nichts mehr. Wir wussten, dass dieser Mann verheiratet war, 2 Kinder hatte und obendrein ein erfolgreicher Geschäftsmann war.

  • „Ja", sagte der Mann, „seit 40 Jahren lebe ich enthaltsam. Ich war damals 23 Jahre alt, als ich meine Frau geheiratet habe. Sie war 21 Jahre, jung und hübsch. Wir waren sehr glücklich. Nach einem Jahr wurde unsere Tochter geboren, eineinhalb Jahre später unser Sohn. Im Wochenbett wurde meine Frau querschnittsgelähmt. Geschlechtsverkehr war nicht mehr möglich. Nach ein paar Jahren sagte meine Frau zu mir: ‘Du weißt, ich liebe Dich und ich bin glücklich, dass Du da bist, aber eines macht mir Sorgen. Wenn Du es nicht mehr aushältst, dann nimm Dir doch einmal eine andere.’ Ich war enttäuscht! Wir redeten miteinander, und meine Frau gestand mir: ‘Wenn Du das getan hättest, wäre ich daran zerbrochen.’ Ich bin meiner Frau bis auf den heutigen Tag treu geblieben, weil ich sie liebe, und wir hatten eine überaus glückliche Ehe. Ich weiß, und mein Leben beweist es, dass man aus Liebe enthaltsam leben kann," und er fügte hinzu: „Zölibatär lebende Priester und Ordensleute leben es uns Verheirateten und Jugendlichen vor, dass es zumutbar ist, eine Zeitlang, periodisch in der Ehe, oder ein ganzes Leben lang enthaltsam zu leben! Manche finden keinen Partner oder sind krank. Sollen diese auf die Straße gehen?"

Ich muss gestehen, diese Erkenntnis aus Lebenserfahrung hat mich zutiefst getroffen und zum Nachdenken gebracht.

Wenn man heute mit jungen Menschen spricht, darf man nicht moralisieren, dann schalten sie ab. Kann man ihnen das verdenken? Nein, es braucht Fakten, sie zu überzeugen.

Faktum ist allerdings auch, dass heute viele Jugendliche bereits sexuelle Erfahrungen gemacht haben bis hin zu einem ausschweifenden Sexualleben. Das ist „in", und wer da keine Erfahrungen hat, der ist „out". Das führt sogar soweit, dass sich so mancher Junge oder so manches Mädchen sexuelle Erlebnisse ausdenkt oder in diversen Büchern oder Zeitschriften Anregungen holt, um mitreden zu können. In manchen Aufklärungsbüchern ist sogar beschrieben, wie Mädchen sich selbst entjungfern können. Sie könnten ja irgendwann einmal zum Gespött werden. „Stellt Euch vor ...!"


 

Sexueller Leistungsdruck

Sexueller Leistungsdruck, wer hat da den Mut und die Kraft, gegen den Strom zu schwimmen? In einer Mädchenklasse hatte eine den Mut zu sagen: „Ich bin unberührt und denke, es auch zu bleiben, bis mich mein Mann zum Traualtar führt."

Die Wirkung auf die Mitschülerinnen? Einige bekannten:

  • „Ich habe auch noch nichts mit einem Mann gehabt."
  • Eine meinte: „Ich wünschte, ich könnte das erste Mal vergessen machen!"

 

Sie sprachen darüber und bestärkten sich gegenseitig. Eine junge Dame sagte mir kürzlich:

  • „Ich will schlafen, wann und mit wem ich will, das ist meine Angelegenheit, und ich frage niemanden!"

„Ganz richtig, zunächst ist das Ihre ureigenste Sache," war meine Antwort, „aber es kann ja durchaus bald die Sache eines Dritten im Bund werden. Ein Kind könnte gezeugt werden. Der Geschlechtsakt ist immer Lust und Zeugung." Aber dann kam ein heftiger Einspruch:

  • „Von Verhütungsmitteln haben Sie wohl noch nie etwas gehört?!"

„Doch, gehört schon, aber gibt es ein hundertprozentiges Verhütungsmittel?"

  • Prompt kam die Antwort: "Die Pille!"

 

„Nein, die Pille ist nur zu 99% sicher. Es wird zwar suggeriert, sie sei absolut sicher, aber sie ist es nicht!"

  • „Das bisschen!", war die Antwort.

Eben, das bisschen reicht oft aus, dass ein Kind, mit dem man nicht gerechnet hat, hinterher abgetrieben, getötet wird. Für die Frau, das Mädchen ist die Abtreibung fast immer mit lebenslangen, körperlichen und seelischen Schäden verbunden.

  • Aber die Pille ist immer noch das kleinere Übel, sie ist ja fast sicher", meinte sie.

„Wenn man die tatsächlichen und möglichen Folgen betrachtet, kann man wohl nicht mehr von einem kleineren Übel sprechen."

  • Heftiger Einspruch: „Sie übertreiben. Millionen Frauen nehmen die Pille, und Ärzte verschreiben sie. Da hätte man doch längst etwas Negatives gehört."

„Auf einem Mist gibt es Millionen von Fliegen. Mist muss doch etwas Gutes sein. Millionen Fliegen können doch nicht irren? Ich weiß, dieses Beispiel hinkt. Aber das ist doch kein Beweis dafür, dass die Pille gut sein muss? Nun, für die Sorte Männer, die Vergnügen ohne Verantwortung suchen, ist sie und auch die Möglichkeit der Abtreibung geradezu ideal - ideal auch für die pharmazeutische Industrie. Es lassen sich damit Milliarden Umsätze erzielen, vielleicht auch für die Ärzte; denn oft wollen die Frauen selbst die Pille, und man hat schnell - nichts einfacher als das - ein entsprechendes Rezept geschrieben. Die natürlichen Methoden der Empfängnisregelung(1) in der Ehe sind eben erklärungsbedürftig, und man kann nichts daran verdienen."

  • Die junge Dame empört: „Aber wieso sind ausgerechnet Sie gegen die Pille? Damit könnten doch - abgesehen von der kleinen Unsicherheit, und eine unerwünschte Schwangerschaft muss ja auch nicht immer in einer Abtreibung enden - im Gegenteil Abtreibungen verhindert werden. Die Pille sollte es sogar kostenlos geben!"

Nun, wahrscheinlich würde ich dann als inkonsequent hingestellt werden," war meine Antwort, „denn es ist seit Jahren bekannt - und nun will ich mich einmal ganz vorsichtig ausdrücken - dass bei der Pille eine abtreibende Wirkung nicht auszuschließen ist."

  • „Sie meinen die Pille danach", davon hatte die junge Dame schon gehört.

Nein, ich meine die ganz normale Pille - und selbstverständlich auch die sog. Pille danach." Nebenbei: Die sog. Pille danach, genannt Tetragynon, ist nichts anderes als eine Viertagesration einer „ganz normalen Pille", die ebenfalls von der Firma Schering seit vielen Jahren auf dem Markt ist - und nun in zwei Pillen zusammengefasst, dafür aber wesentlich teurer, angeboten wird. Auf die Gefährlichkeit einer solchen Hormonbombe möchte ich hier im Moment nicht eingehen.

Es gibt derzeit etwa 60 Pillenpräparate auf dem deutschen Markt. Die hormonelle Zusammensetzung der Pillen lässt darauf schließen, dass bei fast allen Präparaten die sog. nidationshemmende Wirkung bewusst in Kauf genommen wird. Das heißt, mit Rücksicht auf die vielen Nebenwirkungen sind die Präparate in den letzten Jahren hormonell so verändert worden, dass sie zunächst versuchen, die Ovulation (Eisprung) zu verhindern. Kommt es dann trotzdem zur sog. Durchbruchsovulation, tritt ein weiterer Faktor auf, der das Durchdringen des männlichen Spermas (Samen) durch den Zervixschleim erschwert. Als dritte Sicherheit wird dann die Einnistung (Nidation) eines bereits befruchteten Eies in die Gebärmutterschleimhaut verhindert.


Abtreibungstötung mit Pille!

Auf fast allen Beipackzetteln heißt es dann auch - auf die eine oder andere Weise -, dass die Nidation verhindert oder das Endometrium (das ist die Gebärmutterschleimhaut) einen ungünstigen Zustand für die Einnistung bietet.

Das kann die pharmazeutische Industrie ja auch ohne weiteres zugeben. Denn § 219 des Strafgesetzbuches spricht von der Einnistung als dem Beginn der Schwangerschaft. Das winzige Kind ist also auch vom Gesetz her die ersten vierzehn Tage schutz- und rechtlos.

Aber es bleibt eben doch die wissenschaftlich bewiesene Tatsache, dass das individuelle-personelle menschliche Leben mit der Befruchtung beginnt.


Hormonbombe „Pille"

Ein weiterer Punkt, weshalb ich die Pille ablehnen muss, sind die möglichen Folgen. Zum Beispiel weiß man bei Masttieren, wie problematisch die Hormone sein können. Kürzlich wurden in Niedersachsen dreizehntausend Mastkälber notgeschlachtet, und das Fleisch konnte nicht mehr verwendet werden, weil sie mit Hormonen gespritzt worden waren. Die gleichen Hormone werden aber auch in der Humanmedizin bei Frauen, z. B. zur Einleitung bei Abtreibungen, angewendet. Was passiert dann mit den Frauen? Man weiß längst aus Tierversuchen, dass die permanenten Hormongaben zur Schwangerschaftsverhütung in der dritten/vierten Generation zu Fehlbildungen oder totaler Sterilität (Unfruchtbarkeit) führen, weil ganz allmählich sog. Mutationen (Veränderungen) an den Genen bewirkt werden.

So manches sehen wir aber auch heute schon, vor allem im Bereich der Geschlechtskrankheiten. Da heißt es in medizinischen Fachzeitschriften: „Syphilis durch Pille begünstigt," oder „Pille macht Pilze munter". In einer medizinischen Fachzeitschrift heißt es: „Wenn eine Schwangerschaftsverhütung auf hormoneller Basis erfolgt usw. entstehen im weiblichen Genitalbereich Veränderungen, die weitgehend denen während einer Schwangerschaft entsprechen", d. h. es kommt zu einem Scheidenmilieu (einer Säuerung der Scheidenschleimhäute), in dem Pilze und Krankheitserreger gut gedeihen.

Etwas Wesentliches im Zusammenhang mit der Pille scheint mir auch zu sein, dass sie eine völlig neue Mentalität geschaffen hat.

Ein Bericht im Rundfunk im November 1986 zu „25 Jahren Pille" begann mit den Worten: „Vor 25 Jahren gab es keine Wohngemeinschaften" - und weiter:

  • „Keine Sexshops!"

  • „Keine soziale Indikation"

  • „Keine Bekanntschaftsanzeigen"

  • „Keine Pärchenclubs" etc., etc..

All das wurde positiv in diesem Beitrag hingestellt und als Kulturrevolution - wie in China, nur völlig unblutig - gefeiert. Während man heute immer noch Papst Paul VI. und eigentlich auch Papst Johannes Paul II. sowie Papst Benedikt XVI. wegen der ablehnenden Haltung zur Pille verspottet und verlacht, haben fast unbemerkt viele Damen aus der emanzipatorischen Frauenbewegung und alternativen Szene in diesem Punkt schon längst eine Kehrtwende gemacht.


Geständnis einer Feministin

Deutlichstes Beispiel dafür ist die einstige Chefideologin der Frauenbewegung, Germaine Greer, die noch vor 15 bis 20 Jahren Thesen aufstellte wie: „Jetzt machen wir die Männer an, das Spiel heißt: Sex sooft ihr wollt." Heute sagt sie: „Werdet wieder keusch, werft euch Männern nicht mehr an den Hals! Ohne sexuelle Tabus sind dem Verfall unserer Kultur Tür und Tor geöffnet!"

Damals: „Wir halten nichts vom Standesamt, vom Ehewahn und Zwang zur Treu!" Heute hat Germaine Greer herausgefunden, dass Frauen durch häufigen Partnerwechsel sich selbst die Möglichkeit verbauen, in einer echten Zweierbeziehung aufzugehen. Germaine Greer heute: „Ohne Treue, Glauben und Vertrauen hat unsere Rasse keine Zukunft." Sie schwört auf einmal darauf, dass ein Mann reicht, um glücklich zu werden. Damals: „Unser Bauch gehört uns, sollen doch die Männer Kinder kriegen."

Germaine Greer weiß heute, die Gesellschaft des Westens gräbt sich ihr eigenes Grab, weil sie kinderfeindlich wurde. „Gebraucht wird die Großfamilie, verzichtet auf empfängnisverhütende Mittel, bekommt Kinder, Eure Gesundheit steht auf dem Spiel!"

Damals: „Wir fordern totale Gleichberechtigung mit den Männern". Heute hat Germaine Greer erkannt, wohin die Forderung nach totaler Gleichberechtigung geführt hat und verlangt von den Frauen: „Besinnt Euch auf Eure vorbestimmte Rolle. Kehrt zurück zu Küche, Kindern, Kirche! Männliches Karrieredenken macht Frauen krank und hässlich." Man könnte im Umkehrschluss sagen, Pille und Abtreibung waren die Befreiung der Frau von Küche, Kindern und Kirche. Damals: „Genießt die Vorteile der Chemie, wenn Ihr Spaß am Sex haben wollt." Das sollte heißen: „Nutzt die Anti-Baby-Pille und andere Verhütungsmittel!" Inzwischen kann die Autorin, die ehemalige Chefideologin, auf eine furchtbare Strecke kaputter Frauen zurückblicken und beeilt sich, ihre Schwestern zu beschwören: „Besinnt Euch bei der körperlichen Liebe auf die Natur. Vergesst Pillen und Präservative ... und beachtet die Zeiten der Fruchtbarkeit!"

„Ich sehne mich heute nach einem Kind", gesteht Germaine Greer, „aber ich fürchte, ich bin schon zu alt dafür geworden". Das ehrliche Bekenntnis der Professorin liest sich wie der Schrei nach einem Mann, so wie ihre früheren Thesen ein Schrei nach vielen Männern war.

Mit Germaine Greer haben viele erkannt, dass die Pille und die damit möglichen sexuellen Freiheiten die Frauen nicht freier und glücklicher gemacht haben, sondern dass sie verfügbarer wurden, am Ende gar frustriert - und heute viele alles hassen, was Mann heißt. Sie suchen dann Befriedigung im Gleichgeschlechtlichen, der lesbischen „Liebe", von einer Abhängigkeit in die nächste. In der Diagnose der Ursachen stimmen wir ja noch mit vielen Damen in der emanzipatorischen Frauenbewegung vielfach überein, aber nicht mehr in der Therapie.


„Aids holt man sich."

Zeigt nicht die ganze Diskussion um AIDS, dass es im wahrsten Sinn des Wortes lebensgefährlich ist, wenn man die Natur und Gottes Gebote missachtet? Hier zeigt sich doch in aller Deutlichkeit, dass nicht sexuelle Freizügigkeit, sondern die Gebote Gottes: „Du sollst nicht Unkeuschheit treiben. Du sollst nicht die Ehe brechen", auch heute noch Geltung haben.

Ein Professor aus Frankfurt, ein Aids-Spezialist, sagt: „Aids bekommt man nicht, Aids holt man sich."

Man holt sich Aids durch bestimmte Formen der Unzucht und durch Promiskuität (Partnerwechsel). Deshalb wird z. B. mit Kondomen der untaugliche Versuch gemacht, den Teufel durch Beelzebub auszutreiben. Einzig die Enthaltsamkeit vor der Ehe und die Treue in der Ehe sind ein wirksamer Schutz - und das nicht nur gegen Aids, sondern genauso gegen alle anderen Geschlechtskrankheiten, aber auch gegen Frust und Unfähigkeit zu wahrer Liebe.

„An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen." Die Früchte der sexuellen Freizügigkeit (das wird immer deutlicher) sind rundum faul. Haben wir noch die Kraft, das zu ändern? Jeder für sich?

H. W. Ramm


Anmerkung:

1)  Mit der Natürlichen Empfängnisregelung kann in der Ehe eine Schwangerschaft in Einklang mit der Natur und Gottes Schöpfungsordnung angestrebt oder bei schwerwiegenden, ernsten Gründen vermieden werden. Siehe „Humanae Vitae", Kap. 16: „Wenn also gerechte Gründe dafür sprechen, ... ist es nach kirchlicher Lehre den Gatten erlaubt, ... den ehelichen Verkehr auf die empfängnisfreien Zeiten zu beschränken und die Kinderzahl so zu planen, dass die oben dargelegten sittlichen Grundsätze nicht verletzt werden." (erhältlich bei Aktion Leben e.V.)


Weiterführende Literatur:

W. Trobisch: "Ich liebte ein Mädchen", Verlag Vandenhoeck und Ruprecht

R. Ortner: "Sexuelle Beziehungen vor der Ehe?", Steyler Verlag - Wort und Werk

R. Ortner: "Liebe, Ehe, Sexualität", Steyler Verlag - Wort und Werk

E. Drogin, "Margaret Sanger - Gründerin der modernen Gesellschaft", Schriftenreihe der Aktion Leben e. V.,  Heft Nr. 1

C. Everett/V. Riches, "Die Drahtzieher hinter der Schulsexualerziehung", Schriftenreihe, Heft 2

P. M. Ramm FSSP, "Den Stimmlosen Stimme sein", Schriftenreihe der Aktion Leben e.V., Heft 4

R. Boel, "Die Wirkung der Anti-Baby-Pille vor und nach der Empfängnis", Schriftenreihe der Aktion Leben e. V., Heft Nr. 7

(Alle erhältlich bei Aktion Leben e.V.)