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Nr. 02/2012

Ein kleiner Tropfen Blut genügt...Zum Welttag Down-Syndrom an 21. März - Integration oder Ausmerzung

Abtsteinach.

In der Regel begegnen sie einem mit einem Lächeln, oft sind sie die Lebensfreude pur. Und das, obwohl sie in der Regel verschiedene körperliche und geistige Beeinträchtigungen zu bewältigen haben. Menschen mit Trisomie 21, Down-Syndrom. Aber sie schaffen es, sie schaffen es immer häufiger, einen Platz im Leben zu finden, sie schaffen es aber noch schneller, einen Platz in den Herzen ihrer Mitmenschen zu bekommen, denn wer kann dieser strahlenden Liebe auch widerstehen?Aber offensichtlich gab und gibt es doch Menschen, die meinen, das zu können. Menschen, die lediglich auf die Äußerlichkeiten schauen oder die ihre Mimenschen lediglich nach Kosten und Nutzen berechnen.

Und da haben Menschen mit Trisomie 21 tatsächlich schlechte Karten. Manche haben körperliche Beeinträchtigungen, die man heute zwar in der Regel heilen oder kompensieren kann, aber das kostet Geld und damit die Bereitschaft, es zu investieren. Sie benötigen mehr Zeit zum Lernen und für das Reagieren auf Lebenssituationen, das kostet wieder Geld für zusätzliche Betreuung und Hilfen, Geld und Einsatz, den man bereit sein muß, zu investieren. Auch ist es manchen Menschen einfach peinlich, zusammen mit einem Menschen gesehen zu werden, der früher schlichtweg als "geistig behindert" bezeichnet wurde.Alles sind Gründe, die schon vor vielen Jahren dazu führten, Untersuchungsmethoden zu entwickeln, um Behinderte möglichst frühzeitig im Mutterschoß aufzuspüren und diese dann per Abtreibung zu beseitigen, bevor diese allzuviele Kosten verursachen oder sich gar mit einem Lächeln in das Herz ihrer Mitmenschen eingeschlichen haben könnten.

Mit eiskalter Raffinesse wurden diese Methoden der sog. Pränataldiagnostik immer mehr verfeinert. Bislang bedeuteten diese Untersuchungen immer einen mehr oder weniger riskanten Eingriff durch den Körper der Mutter hindurch in das Fruchtwasser, die Nabelschnur oder die sog. Chorionzotten. Infolge dieser Eingriffe wurden mehr ungeborene Kinder durch anschließende Spontanaborte getötet, als daß man tatsächlich behinderte Kinder erkannt hatte. Ein Blutzoll, den die Humangenetiker gerne zahlen, um eine nach ihren Vorstellungen genetisch reine Bevölkerung zu erzielen. Viele Eltern aber schreckten bisher davor zurück, wollten das Leben ihres ungeborenen Kindes nicht gefährden.

Deshalb kommen doch immer noch einige wenige Kinder mit Trisomie 21 oder anderen (genetischen) Erkrankungen auf die Welt.Das soll sich jetzt ändern! Wissenschaftlern gelang es nämlich, aus dem Blut der Mutter zellfreie DNA-Bruchstücke von Mutter und Kind zu isolieren und daraus eindeutige Hinweise auf Vorliegen von Trisomie 21 oder anderen Chromosomenabweichungen zu ziehen. Man braucht hierfür lediglich ein klein weinig Blut, das man der Mutter (derzeit in der 10. Schwangerschaftswoche) abnimmt.

Noch ist dieser Test recht teuer, aber schon tauchen wieder Wirtschaftlichkeitsberechnungen auf, die zeigen, daß selbst ein teurer Test langfristig billiger ist als alle Fördermaßnahmen und evtl. medizinischen Versorgungen eines Kindes mit Trisomie 21.In der Regel führen alle diese Untersuchungen lediglich zu einem Ergebnis: Nämlich dem massiven Druck auf die Eltern, ihr potentiell behindertes Kind durch Abtreibung töten zu lassen.

Nur wenige Eltern haben die Kraft und den Mut, zu widerstehen. Etwas anderes kann die Pränataldiagnostik auch nicht bieten, denn so gut wie alle Therapiemöglichkeiten, die es gibt, setzen erst nach der Geburt ein und bedürfen darüberhinaus weiterer nachgeburtlicher Untersuchungen des Kindes. Kommt also bald die genetisch einwandfreie Gesellschaft?

Das "TÜV-geprüfte" Baby? Werden Eltern nicht schon bald gezwungen sein, solche Untersuchungen über sich ergehen zu lassen ohne das Recht auf Widerspruch? Was ist mit dem Recht eines jeden Menschen auf seine genetische Individualität, auch dann, wenn diese nicht den von Humangenetikern festgelegten Standards entspricht?"

Krankenkassen und Sozialsysteme werden oft 'Solidargemeinschaft' genannt", meint Walter Ramm von der Aktion Leben e.V., " aber eine Solidargemeinschaft, die denjenigen Teil, der ihrer Solidarität bedarf, bewußt und zielgerichtet ausmerzt, hat das Recht verloren, sich noch Solidargemeinschaft zu nennen! Zum Welttag Down-Syndrom fordere ich die Politik und alle im Gesundheitswesen tätigen Menschen auf, dieser unheilvollen Entwicklung nicht nur den Kampf anzusagen, sondern solche unmenschlichen und herzlosen Möglichkeiten und Methoden durch eindeutige Gesetze auf alle Zeit zu verbieten."