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Unabdingbar Vorsorgevollmacht

Vorsorgliche Willensbekundung in Bezug auf medizinische Behandlung und Pflege

 

Viele Menschen sind der Meinung, daß sie mit einer „Patientenverfügung“ eine Lösung gefunden haben, ihre „letzten Dinge“ zu regeln. Nach intensiver Beschäftigung mit dieser Problematik sind die „Europäischen Euthanasie-Gegner“ zu der Überzeugung gelangt, daß die „Patientenverfügung“ gerade in einer Zeit knapper Kassen und enormer Probleme aufgrund der Bevölkerungsstruktur nicht dem Leben und einem Sterben in Würde dient, sondern der Einführung der ersten Stufe der Euthanasie (passive Euthanasie).


Vorgänger der „Patientenverfügung“ ist der amerikanische „Living Will“, der 1967 von Luis Kutner, Professor an der Yale Law School, unter der Bezeichnung „Euthanasietestament“ innerhalb der anglo-amerikanischen Euthanasiegesellschaft entwickelt worden ist und in großem Ausmaß von den Euthanasiegesellschaften in der Welt gefördert wird.

Es ist geboten, die „Patientenverfügung“ im Zusammenhang mit der Neuregelung des § 1901 BGB (Betreuungsgesetz) vom 1. September 2009 zu sehen und den damit in Verbindung stehenden „Grundsätzen der Bundesärztekammer zur ärztlichen Sterbebegleitung“ vom 11.9.1998 und der Verbreitung passiver Euthanasie. Passive Euthanasie wird über kurz oder lang unweigerlich die Tür zur sog. aktiven Euthanasie öffnen.

„Passive Euthanasie“ wird in Deutschland als „passive Sterbehilfe“ bezeichnet und bedeutet nicht Hilfe beim Sterben, wenn der Sterbeprozess bereits eingesetzt hat, sondern Hilfe zum Sterben in der Absicht, den Tod herbeizuführen durch Unterlassen oder Abbruch ärztlicher Maßnahmen - einschließlich Nahrung und Flüssigkeit. Nach § 1901 BGB können diese Maßnahmen „unabhängig von Art und Stadium einer Erkrankung“ durchgeführt werden. Wenn keine „Patientenverfügung“ vorhanden und kein Bevollmächtigter ernannt ist, gilt sogar der vom Arzt und Vormundschaftsgericht (evtl. Ernennung eines amtlichen Betreuers) ermittelte „mutmaßliche Wille“.

Das Beste am Gesetz vom 1. September 2009 ist: „Niemand kann zur Errichtung einer Patientenverfügung verpflichtet werden.“ Sie darf auch nicht zur Bedingung eines Vertragsabschlusses gemacht werden (1901a (4)).

Der Wortlaut einer „Patientenverfügung“ erweckt oft den Eindruck, als handele es sich nur um die Forderung nach Unterbindung der Verlängerung des Sterbens und der Hinauszögerung des Todeskampfes durch extreme medizinische Maßnahmen. Dazu bedürfte es jedoch keiner „Patientenverfügung“, denn die Verlängerung des Sterbens gehört nicht zum ärztlichen Auftrag und wäre (u. U. strafbarer) Missbrauch der Medizin. Dass sowohl Hilfe zum Sterben als auch Hilfe beim Sterben als „Sterbehilfe“ bezeichnet werden, trägt zur Verwirrung bei und verwischt die oftmals todbringende Bedeutung in Umlauf befindlicher „Patientenverfügungen“.

Gott allein ist Herr über Leben und Tod! Darum gibt es weder ein Verfügungsrecht über das eigene Leben (aufgrund eines vermeintlichen Selbstbestimmungsrechts) noch über das Leben anderer Menschen.

Menschlich gesehen mag es schwierig sein, sich dem Sog des Zeitgeistes mit seinen negativen Auswirkungen zu entziehen. Deshalb sollte unser ganzes Trachten auf das Übernatürliche gerichtet sein, ohne eine vernünftige diesseitige Vorsorge außer Acht zu lassen. Dazu finden Sie auf den folgenden Seiten einen Vorschlag: die „Vorsorgliche Willensbekundung“.
Es ist notwendig, mit vertrauten Personen darüber zu sprechen und sich im Gebet stets der Möglichkeit der Abberufung bewusst zu sein. Katholische Christen werden um den Empfang des Sterbesakramentes/der Krankensalbung bitten. Die Sterbestunde ist die wichtigste Stunde unseres Lebens!


Anmerkung:

Wenn sich keine geeignete Person finden lässt, der man eine „Vorsorgevollmacht“ anvertrauen  kann, gibt es noch die Möglichkeit, eine „Betreuungsverfügung“ abzufassen, welche als separates Blatt erhältlich bzw. zum Downloaden zur Verfügung steht.



Allgemeine Hinweise:

Die „Vorsorgliche Willensbekundung“ besteht aus zwei Teilen:

1. der „Anweisung für meine medizinische Behandlung und Pflege“ im Falle Ihrer Äußerungsunfähigkeit. Sie legen Ihre Ablehnung der Euthanasie/Sterbehilfe, ob durch Unterlassen oder Handeln, klar dar.

2. der „Vorsorgevollmacht“. Damit können Sie eine Person, der Sie vertrauen, ermächtigen, an Ihrer Stelle Entscheidungen mit bindender Wirkung in Übereinstimmung mit Ihrer Anweisung zu treffen, sofern Sie selbst nicht mehr dazu in der Lage sind.

Eine mit Ihrer Originalunterschrift versehene Kopie Ihrer Anweisung sollte Ihrem Arzt gegeben und gegebenenfalls in die Krankenhausakte aufgenommen werden. Falls Sie mit einer Vorsorgevollmacht einen Bevollmächtigten und evtl. Ersatzbevollmächtigte benannt haben, sind diesen Personen handschriftlich unterzeichnete Kopien beider Dokumente auszuhändigen.

Sowohl die Anweisung als auch die Vorsorgevollmacht können jederzeit widerrufen werden (schriftlich, mündlich oder durch Vernichtung der Exemplare). Es handelt sich bei der „Vorsorgevollmacht“ nicht um eine Regelung finanzieller oder anderer Belange.

Sie finden hier ein Muster für die „Anweisung für meine medizinische Behandlung und Pflege“ und ein Muster für die „Vorsorgevollmacht“ zum Ausdrucken. Diese Materialien gelten nicht als Rechtsauskunft. Beide Schriftstücke sollten möglichst jährlich durch neues Datum und Unterschrift aktualisiert werden.

Wir bieten Ihnen die Anweisung und die Vorsorgevollmacht einzeln im DIN A4 Format, sowie auch mit dem gesamten erklärenden Text als DIN A3 (gefaltet), zum Bestellen an: EEG, Steinklingener Str. 24, 69469 Weinheim.

>>> Anweisung für meine medizinische Behandlung und Pflege

>>> zur Vorsorgevollmacht


 

Hinweise zu den Benachrichtigungskarten

Der Zweck der Benachrichtigungskarte ist, Ihnen zu helfen, falls Sie in einer Notsituation nicht fähig sind, sich zu äußern. Sie wird diejenigen, die für Ihre medizinische Versorgung verantwortlich sind, darauf hinweisen, dass Sie die notwendige Behandlung und Pflege - einschließlich Nahrung und Wasser - wünschen. Durch diese Benachrichtigungskarte soll auch der Kontakt zwischen den Personen, die für Sie medizinisch Sorge tragen, und denjenigen, mit denen Sie Ihre „Vorsorgliche Willensbekundung“ besprochen haben, bzw. mit Ihren Bevollmächtigten hergestellt werden.

Vervollständigen Sie die Benachrichtigungskarte mit Ihrem Namen, Ihrer Adresse und Telefonnummer. Geben Sie auf der Rückseite die Daten Ihres Bevollmächtigten und Ersatzbevollmächtigten an oder, wenn Sie keine ernannt haben, von Personen, die Zugang zu Ihrem Dokument haben bzw. Kopien besitzen und mit denen Sie über die Angelegenheit gesprochen haben. Tragen Sie die Benachrichtigungskarten immer bei sich (z. B. in der Geldbörse oder Brieftasche, zusammen mit dem Führerschein).

Auf Wunsch schweißen wir Ihnen die Karten gerne in Kunststoff ein, damit sie haltbarer sind. Bitte senden Sie dazu die ausgefüllten Karten zusammen mit einem frankierten Rückumschlag und Briefmarken für die entstehenden Portokosten an die Anschrift der EEG.

>>> Benachrichtigungskarte