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Liebe Jugendliche!
Abtreibung, Ehescheidung, AIDS, Vergewaltigung, Kindesmißbrauch ... - Was meint Ihr: Sind das rein zufällige Tatsachen unserer Tage? Oder besteht zwischen ihnen nicht ein Zusammenhang, wie zwischen unterschiedlichen Symptomen ein und derselben Krankheit? Man kommt doch einfach nicht umhin festzustellen, daß in unserer Gesellschaft Grundsätzliches aus der Ordnung geraten ist.
Die Krankheit, die viele erfaßt hat, betrifft die Grundkraft des menschlichen Lebens, die Liebe. Diese gleicht einem sensiblen Musikinstrument. Bei richtiger Stimmung bringt es schöne Klänge hervor. Ist es aber verstimmt, dann vernehmen wir häßliche Mißtöne. "Der Verderb des Besten ist das Schlimmste", sagt ein altes Sprichwort. An der Liebe bewahrheitet es sich besonders eindrücklich.
Was heute weithin unter "Liebe" verstanden wird, ist ja in Wahrheit deren Zerrbild und Verkehrung. Denn echter Liebe, die diesen Namen verdient, geht es um den anderen. Sie ist selbstlos, opferbereit und treu. Für jenen opferscheuen und unbeständigen Egoismus, den manche für "Liebe" halten, müßten wir eigentlich ein anderes Wort verwenden. Oder würdet Ihr "Liebe" nennen wollen, was die einzelnen Menschen, die Familien und die ganze Gesellschaft ruiniert?
Die egoistische Karikatur von Liebe ist wirklich das große Übel des Menschen vor allem in unseren Tagen. Wie die Krebskrankheit im ganzen menschlichen Organismus streut und Metastasen bildet, breitet sich auch sie fast überall aus. Denkt doch nur an die Themen, die die Welt der Medien - von den "Jugendzeitschriften" angefangen - beherrschen!
Die Entscheidung für die wahre Liebe fällt für gewöhnlich schon im Jugendalter. Mit einigen "Ja" und einigen "Nein" werden da die Weichen gestellt, und rasch trennen sich die Gleise und nehmen sehr verschiedene Richtungen. Als besonders deutliches Beispiel fällt Euch in diesem Zusammenhang sicher auch die Entscheidung für oder gegen die Keuschheit ein.
Ihr wißt, daß es eine gezielte und lautstarke Propaganda dagegen gibt. Sie nutzt geschickt die Schwäche des jungen Menschen auf diesem Gebiet aus und hat es fertiggebracht, die öffentliche Meinung stark zu beeinflussen. So hält man mittlerweile die sexuelle Betätigung vom Jugendalter an für selbstverständlich und "normal". Das erlebt Ihr wohl tagtäglich.
Und trotzdem bleibt es wahr, daß nur das "normal" sein kann, was der Norm, die Gott uns gegeben hat, entspricht. Der "normale Mensch" lebt nach den Geboten Gottes. Dafür ist auch die rasende moralische Talfahrt unserer Tage eine Bestätigung eigener Art. Oder könnt Ihr Euch im Ernst vorstellen, daß unser liebender Schöpfer und Vater die Schädigung Seiner Geschöpfe und Kinder als "normal" gewollt hat? Kann Er eine egoistische "Liebe", die sich zerstörerisch auswirkt, bejahen?
Die Normalität auf dem Gebiet der Geschlechtlichkeit ist für Unverheiratete die Enthaltsamkeit. Vielleicht habt Ihr schon davon gehört, daß zahlreiche junge Menschen - hunderttausende in den Vereinigten Staaten und bereits zehntausende in Deutschland - das erkannt und sich deshalb zusammengetan haben. Es ist ihr fester Entschluß, die voreheliche Keuschheit zu leben.
Sie sind aus der Anonymität und Isolation, in der man Jugendliche mit derartigen Überzeugungen gerne verschwinden sieht, herausgetreten. Möglichst viele andere wollen sie für den Weg der echten Liebe begeistern. Ihre Initiative "Wahre Liebe wartet" gibt sich betont offensiv. So ist es ihr gelungen, ein Tabuthema wieder ins öffentliche Gespräch zu bringen.
Sollte die Initiative "Wahre Liebe wartet", ein Unternehmen vor allem evangelischer Christen, nicht auch katholischen Jugendlichen Ansporn sein, etwas für diese Sache zu tun? Für den gläubigen Christen ist die hohe Auffassung von Liebe ja selbstverständlich. Darüber hinaus wissen wir, daß unsere Kirche über Keuschheit und Reinheit nicht nur klare und anspruchsvolle Vorstellungen hat, sondern durch die heilige Messe und die Sakramente auch göttliche Stärkung für ein Leben in Reinheit vermittelt. Außerdem stellt sie uns in Maria und den Heiligen zahllose Vorbilder der echten Normalität vor Augen.
Deshalb ist es tatsächlich an der Zeit, daß sich katholische Jugendliche zusammenschließen, um sich gegenseitig zu ermutigen und zu bestärken, den Weg der echten Liebe zu gehen. Gerade weil die Umgebung den Jugendlichen ein solches Leben nicht gerade leicht macht, ist der Kontakt mit Gleichgesinnten so wichtig. Nur kranke und tote Fische treiben mit der Strömung, und wer zur Quelle will, muß gegen den Strom schwimmen! Das fällt in Gemeinschaft mit anderen leichter.
Unsere katholische Jungendoffensive soll den Namen REINHEIT AUS LIEBE tragen. Dieses Motto spricht aus, worum es uns geht: Wir wollen durch ein reines Leben in uns und um uns die Liebe wieder zum Leuchten bringen, wollen tapfer und unbeirrt insbesondere die voreheliche Keuschheit hochschätzen, pflegen und möglichst auch andere dafür begeistern.
Fühlt auch Ihr Euch von der Idee einer katholischen Jugendoffensive REINHEIT AUS LIEBE angesprochen? Dann meldet Euch bei der angegebenen Adresse! Auf Eure Rückmeldung freuen wir uns.
Euer
P. Bernward Deneke FSSP
AKTION LEBEN e. V., Postfach 61, 69518 Abtsteinach
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