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Ethikforum ceef

Presseerklärungen

 


Presserklärung vom 24.01.2002:  "Stop dem Embryocaust"

Das ceef übt heftige Kritik an Bioethik-Debatte

Weinheim. Zu der aktuellen Diskussion um Präimplantationsdiagnostik und die jetzt im Parlament diskutierte Einfuhr von menschlichen embryonalen Stammzellen zu Forschungszwecken äußerte sich das „Christlich Europäische Ethik Forum" (ceef) in einer Pressemitteilung.

Die Experten der Ethikkommission rügen die teils oberflächlich geführte Diskussion. Sie warnen, dass auch mit einem reglementierten Import von Stammzell-Linien, die aus getöteten menschlichen Embryonen gewonnen wurden, die Schleusen für momentan vielleicht noch ungeahnte Begehrlichkeiten z. B. der Medikamentenerprobung, geöffnet werden. Interessierten Kreisen scheint eine Kompromissregelung für den Anfang zu genügen.

Inkonsequenz, so die ceef-Experten, hat sich noch immer gerächt. So sei das scheinbar strenge Embryonenschutzgesetz vom 13.12.1990 von vorneherein so angelegt, dass es Hintertürchen offenlasse. Im Paragraphen 8 dieses Gesetzes sei der Beginn des Lebensschutzes nach hinten verlagert worden; „Embryo im Sinne dieses Gesetzes" gelte dieser nicht ab der Zellverschmelzung, sondern erst ab der Kernverschmelzung (§ 8 Abs. 1). Das führe dazu, dass - obwohl das Gesetz es verbietet, Embryonen einzufrieren - Tausende tiefgefrorener kleiner Menschen existierten, die man als „Vorkern-Embryonen" bezeichne.

Menschliche Embryonen, so das ceef, hätten weder etwas im Reagenzglas noch in der Tiefkühltruhe noch in wissenschaftlichen Labors verloren, sondern allein im Mutterschoß.


 

Presserklärung vom 11.04.2001:  "Historische Chance vertan"

Bischöfe als Akzeptanzbeschaffer für gentechnologische Begehrlichkeiten

Weinheim. Jahrelang gab es kaum eine öffentliche Diskussion um bioethische Fragen in der Bundesrepublik. Nun, so schreibt das „Christliche Europäische Ethik Forum" (ceef) in einer Pressemitteilung, gebe es eine wahre Inflation an sog. ethischer Diskussion und das Pendel drohe ins andere Extrem umzuschlagen.

Der Begriff Diskussion komme vom lateinischen „discutere" - zertrümmern, zerteilen, zerschlagen, und genau das könne man derzeit feststellen. Nachdem eine Ethikkommission beim Gesundheitsministerium, die als Bremse gentechnologischer Begehrlichkeiten empfunden wurde, von Bundeskanzler Schröder zerschlagen wurde, plane dieser einen „eigenen" nationalen „Ethikrat". Die Vorgaben in Richtung Akzeptanz diverser gentechnologischer Aktivitäten garantiere die angestrebte Besetzung dieses Gremiums, schreibt das ceef.

Akzeptanz sei begehrt, deshalb greife man offensichtlich auf bewährte Strategien zurück. Das ceef erinnert daran, dass in den siebziger Jahren der SPD-Politiker Wehner, als es um die Liberalisierung der Abtreibungstötung ging, in Bezug auf die Kirchen die Losung ausgegeben hat: „Totschweigen oder einbinden!"

Damals habe man die Kirchen durch die Förderung der staatlich anerkannten Schwangerschaftskonfliktberatungsstellen eingebunden, und deren Widerstand sei offensichtlich gebrochen worden.

Bei der neuen Herausforderung der gentechnologischen Entwicklungen plane Bundeskanzler Schröder nun, hochrangige Kirchenvertreter als Akzeptanzbeschaffer in seinen „Ethikrat" einzubinden. Dies hätten die Kirchen durch einen öffentlich begründeten Boykott entlarven können. Eine historische Chance sei vertan.


  

Presserklärung vom 24.01.2001: „Pille" als Gefahr ?

Ethikforum warnt vor Grenzüberschreitungen-

Abtsteinach. Eine Katastrophenmeldung jagt die andere. BSE sei durch die Fütterung von Tiermehl ausgelöst worden. Bei Schweine- und Hähnchenmast wird mit Hormonen gepuscht und unnötig mit Antibiotika behandelt usw., konstatiert das „Christlich europäische Ethikforum" (ceef) in einer Pressemitteilung und fragt:

Was, wenn sich zu allem auch noch herausstellen sollte, dass die frühzeitige und langfristige Einnahme von Hormonen durch die ‚Pille‘ zwecks Verhütung, weder für die Mädchen und Frauen, noch deren möglichen Nachkommen und die Umwelt zuträglich ist?

Was, wenn die kath. Kirche, die wegen ihrem weitgehenden Festhalten am Verbot von Verhütungsmitteln vielfach geschmäht wurde, doch Verantwortung und Weitsicht bewiesen hat?"

Jedenfalls könne man nicht ausschließen, dass die jahrzehntelange Medikamentierung gesunder Frauen, die schon jetzt sichtbare negative Symptome zeige, in Zukunft noch katastrophalere Folgen haben wird.

Auch andere Grenzüberschreitungen, wie die bereits hergestellten transgenen Schweine zu Xenotransplantationen (Übertragung tierischer Organe auf den Menschen), die aktuell geführte Diskussion um das sog. therapeutische Klonen, die Stammzellenforschung und andere biotechnische und gentechnologische Manipulationen ließen kommende Katastrophen erahnen, heißt es in der Pressemitteilung der ceef.

Die in dem Ethikforum engagierten Lebensrechtler warnen und mahnen die Verantwortlichen in Politik, Wissenschaft und Gesellschaft nach all den Erfahrungen und realen Bedrohungen endlich wieder Gottes Gebote und Naturrechte zu achten und sich nicht euphorisch auf alles einzulassen, was Gesundheit, Lebensqualität und langes Leben verspricht.

Wache Bürger und wache Christen fordert die ceef auf, sich für diese Zukunftsfragen zu interessieren, das Feld nicht nur den Bioethikern und sog. „Fachleuten" zu überlassen, sondern sich eigene Meinungen zu bilden und nach Maßgabe der eigenen Kräfte und Möglichkeiten, Widerstand zu leisten.


 

Presserklärung vom 10.11.1997: Europäische Bioethik-Konvention dient Machtinteressen

ceef fordert Ablehnung durch die Bundesregierung -

Weinheim. In den letzten Monaten gab es verschiedene Stellungnahmen zur sogenannten "Europäischen Bioethik-Konvention". Das "christliche-europäische-Ethik-Forum" (ceef) hat intensiv über diese Konvention beraten und recherchiert. Eine Unterzeichnung der "Bioethik-Konvention" durch die deutsche Bundesregierung halten die Experten des Ethikforums für einen verhängnisvollen, irreversiblen Schritt. Er führt in ein Zeitalter, das von hemmungsloser Forschung, Ausbeutung, Rassismus und Euthanasie in allen Spielarten geprägt sein wird.

Das Ethikforum weist allerdings auch darauf hin, dass in weiten Bereichen der Forschung und in einigen Bereichen der Medizin bereits heute unhaltbare Grenzüberschreitungen Faktum sind.

Das ceef hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Menschen in ethisch/moralischen Fragen zu sensibilisieren, damit sie, wörtlich: "durchschauen können, was sich hinter dem scheinbar hohen Anspruch der Ethik oft verbirgt. Triebfeder und Beweggrund sind oftmals die Sucht nach wissenschaftlicher Anerkennung, wirtschaftlichem/materiellem Erfolg und zuletzt auch subtile Machtinteressen."


  

Presserklärung vom 23.06.1997: Gezinkte Karten 

ceef erhebt schwere Vorwürfe gegen Transplantationsgesetz-Entwürfe -

Weinheim. Als inkonsequent und folgenreich bezeichnete das "christliche-europäische-Ethik-Forum" (ceef) die Entwürfe zum geplanten Transplantationsgesetz.

Die im Deutschen Bundestag eingebrachten Gesetzentwürfe seien mehr oder weniger Organbeschaffungsgesetze. Die Mehrheit der Parlamentarier tendiere dazu, den diagnostizierten "Hirntod" als den Tod des Menschen zu betrachten und eine sogenannte erweiterte Zustimmungsregelung gesetzlich zu verankern. Angesichts einer weltweiten Diskussion über "Teilhirntod" oder gar "Persönlichkeitstod" sei diese Todesdefinition reine Willkür, stellt das ceef fest.

Den "heutigen wissenschaftlichen Erkenntnisstand" als Grundlage für eine Todesdefinition heranzuziehen, habe ungeheure Auswirkungen. Er ignoriere die Tatsache, dass die Hirnforschung tatsächlich noch in den Anfängen steckt. Das Sterben des Menschen sei ein fließender Prozess. Das Dilemma für die Mediziner sei, so das ceef, dass man nicht abwarten wolle, weil man zur Transplantation lebendfrische Organe brauche. Hier müsse mindestens als Grundsatz gelten: "In dubio pro vita".

Das ceef fordert die Politiker und die betroffenen Mediziner auf, nicht mit gezinkten Karten zu spielen und einzugestehen, dass es keine 100%ige Diagnose des Todes gebe.

Inkonsequent sei (so das ceef) aber auch der Minderheitenentwurf, obwohl er davon ausgehe, dass der "Hirntod" nicht der Tod des Menschen ist. Die Verfechter dieses Entwurfes vergäßen völlig, dass niemand das Recht habe, über sein Leben zu bestimmen. Der § 216 StGB verbiete die "Tötung auf Verlangen", was aber die sogenannte "enge Zustimmungsregelung" de facto sei. Auch wenn die Abgeordnetengruppe das bestreite und für sich anders interpretiere, prophezeit das ceef verheerende Auswirkungen mit Blick auf die Euthanasie.

In diesem Zusammenhang mit "Selbstbestimmung" zu argumentieren, zeige, dass es hier um "autonome Moral" gehe, die sich weder an Gottes Geboten noch an den weltlichen Gesetzen orientiere und deshalb zerstörerische Auswirkungen in jeder Hinsicht haben müsse.


  

Presserklärung vom 04.04.1997: Kampfansage an Service-Ethik

Ein Forum für klassische Ethik

Weinheim. Eine Gruppe von Experten aus verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen, der Ethik, Theologie und Politik sowie aus europäischen Lebensrechtsgruppen gründeten in Weinheim das "christliche-europäische-Ethik-Forum" (ceef).

Ein wesentliches Ziel dieses Ethikforums ist es, dem Begriff Ethik wieder seine klassische zeitlose Bedeutung zu verleihen und allen Bemühungen und neuzeitlichen Strömungen, diese Bedeutung zu verwässern, eine klare und entschiedene Absage zu erteilen. Ethik, so das ceef, müsse sich immer an Gottes Geboten und dem Naturrecht orientieren, sonst degeneriere sie zu einer Serviceleistung, die zur Legitimierung und Vermarktung für z. B. bioethische Themenbereiche und gentechnologische Produkte missbraucht wird.

Das Ethikforum bedauert insbesondere, dass bei den Studien der Medizin, Genetik und Biologie das Fach Ethik eben wegen ihrer gegenwärtigen überaus großen Bedeutung kaum oder nur am Rande vertreten sei.

Ein eklatantes Beispiel des rapiden Zerfalls der Ethik in diesen Bereichen ist die massenweise Tötung ungeborener Kinder. Aber auch die Präimplantationsdiagnostik (genetische Untersuchung nach künstlicher Befruchtung, vor der Einpflanzung in die Gebärmutter) und Pränataldiagnostik (vorgeburtliche Untersuchungen auf Schäden) mit ihren Folgen bezüglich des eugenischen Denkens sind solche Zeichen. So muss auch die auf einer fragwürdigen Hirntoddefinition basierende Transplantationsmedizin als eine der Vorstufen der allerorts sichtbar werdenden Formen der Euthanasie bezeichnet werden.

Auch in einer pluralen und demokratischen Gesellschaft muss es, so das Ethikforum, ethische Leitlinien und unüberschreitbare Grenzen für wissenschaftliches Wirken und Forschen geben, sonst sind die Folgen Anarchie und Chaos.


Stand: 11.09.2012