EEG - Nachrichten - Nr. 28

 

 

Stand: 27.12.2010

 

06 Deutschland

 

- Sterbendes Volk

Das Statistische Bundesamt teilte mit, daß es im Jahr 2007 142.000 weniger Geburten als Sterbefälle gegeben hat. Inklusive Zuwanderung gab es 97.000 Einwohner weniger als Ende 2006. (EEG, Juni 2008)

 

- Ein Rätsel

Der deutsche Verfassungsrechtler Prof. Dr. Wolfram Höfling wunderte sich, daß „der Hl. Stuhl" den sog. Hirntod eines Menschen mit dem Tod gleichsetze. „Wie das mit den existentiellen Aussagen der kath. Moraltheologie in Übereinstimmung zu bringen ist", sei für ihn ein Rätsel. (EEG, Mai 2008)

 

- Non_Heart_Beating_Donor

Die Zeitung „Deutsches Ärzteblatt" stellt in einem Artikel folgendes Szenarium vor: Um die Zahl der Organspender zu erhöhen, kämen auch Spender nach Herzstillstand in Frage: „Menschen nach Schlaganfall oder Herzinfarkt, Querschnittsgelähmte und Unfallopfer. Auch Schwerkranke, deren Tod nicht unmittelbar bevorsteht, die ihre Lebensqualität aber nicht mehr akzeptabel finden, könnten als NHBD ( = Non_Heart_Beating_Donor) in Betracht kommen.

Voraussetzung für die planmäßige Organspende ist, daß der Betroffene oder seine Angehörigen dem Verzicht auf lebenserhaltende Maßnahmen ausdrücklich zustimmen. Ist das der Fall, kann der Herzstillstand provoziert werden." Nun: Der „Verzicht auf lebenserhaltende Maßnahmen" ist jedoch genau das, was Patientenverfügungen im Allgemeinen bezwecken. (vgl.: Deutsches Ärzteblatt 2008; 105 (16): A_832)

 

- Pflegefälle verdoppeln sich

Nach einer Studie sind bis zum Jahr 2050 sieben Millionen Deutsche pflegebedürftig. (EEG, Juni_2008)

 

- Tod für 8.000,_ Euro

Der frühere Hamburger Justizsenator Roger Kusch wirbt auf seiner Homepage für Suizidbegleitung. Der Erstkontakt bis zum Hausbesuch ist als Lockangebot kostenfrei. (EEG, 10.9.2008)

 

- Gefälschte Patientenverfügung

Wegen versuchten Mordes mußte sich ein Mannheimer Arzt vor Gericht verantworten. Er hatte ohne die Patientin und ihre amtliche Bertreuerin zu informieren bei einer 83_jährigen Patientin die Nahrungsmittelzufuhr reduziert und das Insulin, mit dem die Diabetes der Frau behandelt wurde, abgesetzt. Der Angeklagte gab zu, bei den Ermittlungen nach dem Tod der Frau eine von ihm gefälschte Patientinverfügung vorgelegt zu haben. Urteil: 2 Jahre Haft, zur Bewährung ausgesetzt, fünfjähriges Berufsverbot und 30.000,_ Euro Geldbuße (EEG, 16.9.2008)

 

05 Holland

 

- Aus dem Ruder gelaufen

Die niederländische Regierung will angeblich keine weitere Debatte über eine Ausdehnung der gesetzlichen Regelung für „aktive Sterbehilfe".

In der Diskussion war eine Einbeziehung von „Lebensmüden", eine „Wunsch"_Sterbehilfe auch Nicht_Schwerkranker. (EEG, Juni 2008)

 

04 Belgien

 

- Auch aus dem Ruder gelaufen?

In Belgien wollen Politiker die gesetzliche Regelung „aktiver Sterbehilfe" auch auf unheilbar kranke Minderjährige, schwerkranke frühgeborene Säuglinge und Demenzkranke ausweiten. Die Zahl der Sterbe_nach_Hilfe_ Fälle ist in Belgien im Jahr 2007 auf 500 Fälle gestiegen. (EEG, Mai 2008)

 

- Kein Bewußtsein?

Hightech_Mediziner einer Forschergruppe aus Lüttich/Belgien konnten beweisen, daß einige Wachkomapatienten ein gewisses Sprachverständnis haben. Spricht man mit ihnen, gibt es genau in den Gehirn_Arealen, wo üblicherweise das Sprachverständnis liegt, vermehrte Aktivitäten.

(EEG, Mai 2008)

 

- Europäischer Organspendeausweis?

In Brüssel macht man sich Gedanken, wie man die Organspendezahlen erhöhen kann.

Als Maßnahmen sind u. a. vorgesehen ein europäischer Organspende_Ausweis, eine EU_weite Transplantations_„Hotline" und die verstärkte Nutzung von Organen älterer Menschen sowie von Spendern mit bestimmten Krankheiten. (EEG, Mai 2008)

Anmerkung: Wann wohl wird man Geldprämien anbieten?

 

03 Schweiz

 

- Sterbe_nach_hilfe

Wie die Schweizer Sterbe_nach_helfer_Organisation „Dignitas" mitteilte, hat sie im Jahr 2007 insgesamt 141 Menschen in den vorzeitigen Tod „begleitet".

Mehr als die Hälfte seien aus Deutschland gewesen, die Übrigen aus anderen EU_Ländern und „nur" sechs aus der Schweiz. (EEG, Juni 2008)

 

02 Luxemburg

 

- Saltomortale rückwärts

Aus der anfänglichen Ablehnung sog. „aktiver Sterbehilfe" durch die Christlich_Soziale Volkspartei (CSV) in Luxemburg wurde letztlich eine Zustimmung in „streng reglementierten Ausnahmefällen" für die „aktive Sterbehilfe". Man glaubt, gleichzeitig gegen und für „aktive Sterbehilfe" sein zu können. Mit dem Entzug von künstlicher Ernährung und Flüssigkeit (= „passive Sterbehilfe") war die Akzeptanz der „aktiven Sterbehilfe" nicht mehr weit. In einem rasanten Tempo hat man die letzten christlichen Prinzipien über Bord geworfen. Und dennoch sieht man keinen Widerspruch zum katholischen Glauben. (EEG, Juni 2008)

 

01 Frankreich

 

- Gegen „aktive Sterbehilfe"

In Frankreich haben sich Pflege_ und Heilberufsorganisationen gegen die Zulassung von „aktiver Sterbehilfe" gewandt.

Ob man sich allerdings bewußt ist, daß sog. „passive Sterbehilfe" äußerst „aktiv" sein kann, ist nicht bekannt. (EEG, Juli 2008)

 

 

 

 

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