Stellungnahme der AKTION LEBEN e.V. zur
"Woche für das Leben - 2005"
In der bisch
öflichen „Woche für das Leben" vom 9. - 16. April 2005 und gleich für die nächsten drei Jahre thematisiert man das Problem „Kinder", bzw. die „demographische Unterjüngung der Gesellschaft" (Kardinal Lehmann).Endlich, m
öchte man sagen. Was lange vorhersehbar war, wird endlich erkannt, wenigstens in kirchlichen Kreisen. Als Folge der „demographischen Schieflage" treten sozial-, gesellschaftliche und auch kirchliche Probleme zutage, die gegenwärtig kaum zu bewältigen sind. Auch kommende Generationen werden von den fatalen Auswirkungen noch betroffen sein.Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Kardinal Lehmann, sagte in einer Pressekonferenz zur Vorstellung der „Woche f
ür das Leben", am 28. Februar 2005, die Kirchen, evangelische und katholische, setzten sich „gemeinsam für ein lebensfreundliches Ethos und den Schutz des Lebens in der Gesellschaft ein". Kinder seien für „das biologische-, soziale- und ökonomische Fortbestehen einer Gesellschaft auch heute notwendig".Welche Erkenntnis! Unsere Kirchen sorgen sich um den „
ökonomischen Faktor" Kind. Fragt man sich doch spontan, ob das auch etwas mit der teils katastrophalen Finanzlage der deutschen Bistümer zu tun hat, sprich dem Schwinden von Kirchenmitgliedern, bzw. der Kirchensteuerzahler, um nicht zu sagen der Gläubigen? Von den Berufungen gar nicht zu sprechen, denn wo keine Kinder, da keine Berufungen. Manchmal könnte man denken, ob dieser Effekt vielleicht sogar erwünscht ist? Es sei mir diese Kritik erlaubt, weil Schönreden wirklich an der Sache vorbei geht.Kardinal Lehmann spricht in seinem Statement anl
äßlich der Pressekonferenz zur Vorstellung der „Woche für das Leben" und in seinem Beitrag im Themenheft viel, auffallend viel von Ökonomie, von Demographie, vom Funktionieren des Generationenvertrages und davon, daß die Generationensolidarität in der Krise sei.Um es ganz vorsichtig auszudr
ücken, der Bischof sagt leider kaum bis gar nichts von der kirchlichen Lehre oder gar von Gott. In dieser Hinsicht ist der Beitrag des Vorsitzenden des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Wolfgang Huber, schon erfreulicher. Ob man sich wohl immer noch der katholischen lehramtlichen Stellungnahmen auf diesem Gebiet schämt? Dabei wäre es doch z. B. längst an der Zeit, die 68er bischöfliche Rebellion, dokumentiert in der sog. „Königsteiner Erklärung", gegen die Enzyklika Humanae vitae Papst Pauls VI. zurückzunehmen. Längst haben sich die prophetischen Mahnungen und Warnungen erfüllt!Als Katholik vermi
ßt und bedauert man, daß gerade die aktuelle Entwicklung, die die Richtigkeit katholischer Lehre bestätigt, nicht genutzt wird zu einer selbstbewußten Offensive, um die Prinzipien der Ehemoral und ihre Grundlagen im natürlichen Sittengesetz, das von Gott gegeben ist, darzulegen.Hat nicht Papst Paul VI. recht behalten, wenn er in Humanae vitae (Kap. 31) im Blick auf Gesellschaft und Kirche schreibt: „Nur wenn der Mensch sich an die von Gott in seiner Natur eingeschriebenen und darum weise und liebevoll zu achtenden Gesetze h
ält, kann er zum wahren, sehnlichst erstrebten Glück gelangen"? Leider verpassen unsere Bischöfe wiederum eine Gelegenheit, auf diese Zusammenhänge hinzuweisen.
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