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"Internationale Diktatur der Familienplaner"

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Vortrag von P. Richard Cremius SJ zu Plänen der UNO, die auf unsere Kinder und Jugendlichen abzielen.

 

UNO-PLÄNE FÜR IHRE KINDER

Die nachfolgenden Ausführungen von Richard Cremins SJ (sie sind von uns leicht gekürzt) wurden als Vortrag in einem Seminar über die Familie während des 43. Eucharistischen Kongresses im August 1985 in Nairobi gehalten.

 

Die zwei Lehrer

Es gibt heute in der Welt zwei Lehrer für Sexualmoral: Auf der einen Seite die christlichen Kirchen; die Sexualmoral der katholischen Kirche ist die klarste und standhafteste. Sie sagt, daß Sexualität nur in der Ehe ausgeübt werden darf und verbunden sein muß mit ehelicher Liebe und Fortpflanzung. Die Ansicht wird von allen anderen großen Religionen unterstützt. Sie ist zugleich die traditionelle Moral der Menschheit, welche - obschon immer unzulänglich beachtet - seit altersher akzeptiert wurde. Wir können sagen, daß es bis in unsere Zeit die allgemeine moralische Haltung der Menschheit war.

Auf der anderen Seite schlagen die Vereinten Nationen und deren Agenturen U. N. Fund for Population Activities (UNFPA, UN Fonds für Bevölkerungsmaßnahmen) und die U. N. Educational, Scientific and Cultural Organization (UNESCO, UN Organisation für Erziehung, Wissenschaft und Kultur) eine neue Sexualethik vor. Oft ist diese nur in ihren Dokumenten, Resolutionen und Programmen versteckt enthalten.

Diese grundsätzlichen Philosophien machen es möglich, unsere Jugend in zwei sich diametral gegenüberstehenden Weisen zu erziehen. Die christliche Tradition, die uns die Wahrheit über das wirklich humane Sexualverhalten vermittelt, ist gut bekannt. Vom heiligen Paulus (Gal 5, 12) heißt es, daß „diejenigen, die Unzucht und Ähnliches treiben, nicht in das Reich Gottes eingehen werden." Hierzu werde ich keine weiteren Ausführungen machen, stattdessen das Alternativprogramm in Augenschein nehmen, das jetzt in der ganzen Welt verbreitet wird. (Vgl. UNSECO HANDBOOK, S. 6)

Bereits 1974 definierte die „Erste Internationale UN Konferenz für Bevölkerungsfragen" in Bukarest Familienplanung als Hilfe für Paare und Einzelpersonen, die Anzahl ihrer Kinder und die Zeit ihrer Ankunft zu entscheiden.

Ich wundere mich, daß diese Definition so lange unbeanstandet geblieben ist. Sie wurde wiederholt in den Empfehlungen für die Zweite UN Konferenz über Bevölkerungsfragen in Mexiko City im August 1984.

Sicherlich erhoben die Delegierten des Vatikans in beiden Fällen Einspruch, doch die Regierungen der ganzen Welt akzeptieren sie, unbeschadet der Meinung von 1,2 Milliarden Christen in der Welt.

Die Phrase, die inzwischen zu einem Klischee in diesen Kreisen geworden ist, besagte, daß praktizierte Sexualität nicht länger ein Vorrecht der Verheirateten sei. Ehe ist nach dieser Meinung nur eine frei gewählte besondere Form für die Ausübung des Geschlechtsverkehrs. Sexuell aktiv soll jeder sein, der es wünscht, wann immer er es wünscht, und in jeder gewünschten Weise. Von da aus war es ein kleiner Schritt für die Bevölkerungskonferenz in Mexiko „Familienplanungsinformation und -dienste für Jugendliche" zu empfehlen, d. h. Kinder sollten mit Kontrazeptiva versorgt werden.

 

DIE HERKUNFT DIESER IDEE

Diese Idee gründet in der Propaganda der International Planned Parenthood Federation (Internationale Vereinigung für geplante Elternschaft), für den Anspruch eines jeden auf Kontrazeption, egal ob verheiratet oder unverheiratet. Die „Policy Statements and Guidelines on Meeting the Needs of Young People" (Politische Erklärungen und Richtlinien, um den Nöten junger Menschen zu begegnen ) erklären, daß es eine Notwendigkeit für Jugendliche (gemeint sind jene zwischen 10 und 25 Jahren) sei, unerwünschte Schwangerschaften zu verhindern.

Die Programme für Jugendliche sollten deshalb darauf gerichtet sein, ihnen in dieser Beziehung zu helfen und nicht - man beachte das! -, sexuelle Aktivitäten unter Jugendlichen zu entmutigen. Die Erklärungen behaupten, „Jugendliche haben ein Grundrecht auf Familienplanungsdienste".

Hingegen bestreitet IPPF das Recht der Eltern, ihre Kinder nach eigenen Vorstellungen zu erziehen. In einer anderen Veröffentlichung von IPPF „The Human Right to Family Planning" (Das Menschenrecht auf Familienplanung) wird gesagt, „die elterliche Zustimmung sollte nicht eine Voraussetzung für die Versorgung mit Kontrazeptiva sein".

Kontrazeption trennt den Geschlechtsverkehr von der Zeugung. Wenn Geschlechtsverkehr folgenlos ist, braucht man nicht heiraten, dann ist er auch für Unverheiratete akzeptabel, und es bedarf auch nicht der Festsetzung eines Mindestalters. Jeder, der dazu fähig ist, darf sich sexuell betätigen, wenn der notwendige Schutz vor Schwangerschaften gegeben ist.

 

DIE TREIBENDEN KRÄFTE

Anfang 1985 erstellte ich ein Gutachten über die Erziehung Jugendlicher zur Kontrazeption und ihrer Versorgung mit den entsprechenden Mitteln. Ich erhielt dazu Informationen aus 21 Ländern (sowohl englisch- als auch französisch-sprachigen). Ich fand heraus, daß dieser Prozeß von der International Planned Parenthood Federation (IPPF) und dem U. N. Fond for Population Activities (UNFPA) betrieben wird.

Die Politik von International Planned Parenthood wird in den eigenen Erklärungen klar zum Ausdruck gebracht. Dagegen behauptet der U. N. Fund for Population Activities, nicht spezifisch politisch zu sein und nur auf Anordnung der Regierung zu handeln. Aber die UNFPA hilft den Regierungen bei der Erstellung der politischen Richtlinien, und diese enthalten dann ihre eigene Philosophie. Sie organisierte auch die Bevölkerungskonferenz in Mexiko und war mit dem ersten Entwurf betraut. Die „Empfehlung 13" der Bevölkerungskonferenz besagte, daß Familienplanungserziehung in den Schullehrplan einzuführen sei. Was das beinhalten könnte, will ich später erklären.

 

DAS STUFENWEISE TÜCKISCHE VORGEHEN

Das Vorgehen ist, wie ich entdeckte, gekennzeichnet durch den Gebrauch einer „sanften Sprache", z. B. „Familienplanungserziehung". Damit will man die Schulung in Kontrazeption verschleiern. Es gibt kaum Veröffentlichungen über das, was wirklich geschieht; die Eltern werden nicht zu Rate gezogen. Es geht in jedem Land mit unterschiedlicher Schnelligkeit vor sich.

Auf jeder Stufe erscheint der nächste Schritt undenkbar, unwähnbar oder unwahrscheinlich. Doch früher oder später ist das Undenkbare gesagt, das Unerwähnbare geschehen und das Unwahrscheinliche zur Routine geworden.

Die Stufen sind folgende:

Extreme Verschwiegenheit

Familienplanung durch Kontrazeption beginnt unter dem Einfluß von privaten Gesellschaften (z. B. IPPF).

Kontrazeption - beschränkt auf Verheiratete - erscheint in dem Programm des Ministers für Gesundheit.

In der Praxis wird Kontrazeption auf Unverheiratete ausgedehnt. In den Familienplanungsberatungsstellen wird nicht danach gefragt, ob der Klient verheiratet ist. Die offizielle Politik hält sich vorerst zurück.

Kontrazeptive Mittel werden älteren Jugendlichen zugänglich gemacht, z. B. Studenten, zunächst noch ohne öffentliche politische Billigung.

Man rückt Teenager-Schwangerschaften ins Blickfeld, um die Notwendigkeit der Familienplanungserziehung (Erziehung zur Kontrazeption) in Schulen aufzuzeigen, und behauptet, „Teenager-Schwangerschaften (dadurch) zu verhindern."

Die UNFPA veranlaßt eine Studie, die für das betreffende Land die Notwendigkeit der Bevölkerungserziehung aufzeigt. Zwischen 1977 und 1984 ließ die UNFPA 84 solcher Studien erstellen, davon 33 in Afrika. 1985 sind weitere vier in Afrika durchgeführt worden (Population: UNFPA Newsletter, July, 1985).

 

UNESCO HANDBUCH:

VORBEREITUNG VON LEHRERN FÜR DIE BEVÖLKERUNGSERZIEHUNG

Dieses UNESCO HANDBUCH ist die Grundlage für die von der UNFPA unterstützte Bevölkerungserziehung.

Es heißt: Die darin geäußerten Ansichten „sind jene der Autoren ... und geben nicht unbedingt die offizielle Ansicht der UNESCO wieder". Doch die UNESCO und die UNFPA richten sich danach.

Das HANDBOOK ist charakterisiert durch:

1. ETHISCHEN RELATIVISMUS

„Das Wertsystem der Sexualität ändert und entwickelt sich mit den Bedürfnissen der Gesellschaft, die von Gruppe zu Gruppe variieren". Ein Student dürfte daraus schließen, daß vorehelicher Verkehr für seine Großeltern auf dem Land schlecht gewesen sein mag, aber heutzutage nicht schlecht zu sein braucht für ihn in der Stadt.

2. WERTFREIE EINSTELLUNG

„Die Bevölkerungserziehung ist wertfrei. Es obliegt dem Schüler, seine eigene Position herauszuarbeiten". Der heilige Paulus predigte keine Wertfreiheit, als er sagte: „Die Unzüchtigen werden nicht in das Reich Gottes eingehen."

3. WERTEKLÄRUNG

„Die Werteklärung soll zur bewußten Treue gegenüber den fundamentalen Werten führen, die eine Gesellschaft und Nation zusammenbinden. Sie soll in dem Schüler eine Bereitschaft entwickeln, Werte zu wählen, zu prüfen und sich dafür zu entscheiden". Man kann dem kaum widersprechen, falls damit gemeint ist, moralische Werte, die auf den Erfordernissen wahrer menschlicher Entwicklung beruhen, zu verinnerlichen. Doch in dem Kommentar dazu heißt es: „Werte existieren im Gemüt und im Geist des Menschen. Sie existieren nicht durch sich und für sich selbst, sondern gründen in spezifischen Werturteilen und Forderungen, die das Individuum aufstellt".

Demnach dürfe „Werteklärung" meinen, dem Studenten jeweils das Urteil über die Moral seiner Handlung zu überlassen. Er soll seine Entscheidungen fällen aufgrund wertfreier Information, die ihm im Geiste eines ethischen Relativismus vermittelt wird: „Unzucht mag schlecht sein für dich, aber für mich ist sie gut, weil ich mich verantwortlich verhalte und ein Kondom benutze, und wir beide haben recht." Damit sind wir weit entfernt von der Idee eines objektiven moralischen Gesetzes.

Die „Klärung der Werte", die das HANDBUCH beabsichtigt, ist weit von Klarheit entfernt. Es redet von „Festung der Treue zu Werten", aber seine Ziele scheinen eher darin zu liegen, Werte zu verändern, als sie zu bestätigen und zu verinnerlichen. „Eine Sicht der Überprüfung anzubieten", sagt das Handbuch, „ist Teil des Prozesses der Veränderung".

4. BERUFUNG AUF DIE QUALITÄT DES LEBENS ALS EINE NORM FÜR RECHT UND UNRECHT

Die Erreichung einer gewissen Lebensqualität ist sicherlich eines der Ziele menschlichen Handelns. Jedoch denken heute einige, die Qualität des Lebens sei ein größerer Wert als das Leben selbst (oder zumindest als das Leben anderer). Sie benutzen diesen Begriff, um Abtreibung, Euthanasie und „konservative Behandlung" für behinderte Neugeborene zu rechtfertigen (mit „konservativer Behandlung" ist die Verweigerung von Wasser und Nahrung gemeint, so daß die Kinder sterben). Wir sollten aufpassen, was damit gemeint ist, wenn unserer Jugend „Qualität des Lebens" als letzter Maßstab für Gut und Böse in die Hand gegeben wird.

5. DAS BETRIFFT JEDEN VON UNS

Denken Sie nicht, das UNESCO HANDBUCH habe nichts mit Ihnen zu tun. „Es wird gehofft, daß (seine) weltweite Verteilung eines seiner Ziele erreichen wird: nämlich die Begründung und Annahme von Bevölkerungs- (lies: Sex-) Erziehungsprogrammen im Rahmen der Lehrerausbildung in allen Ländern". Die Ausbildung der Lehrer wird die Ausbildung der Schüler nach sich ziehen. Das Ziel ist Umerziehung der ganzen Menschheit zu einer Moral, die sich als die alte Lust erweist. So sind Ihr Land, Ihre Schulen und Ihre Kinder davon betroffen ...

Quelle: (Hsgr.) Paul Marx, Human Life International, Washington D. C., Übersetzung: Elisabeth Backhaus

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