Rundbriefe der AKTION LEBEN e.V.

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AKTION LEBEN   

    

 

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Rundbrief  Nr. 1/ 2003       

Aus dem Inhalt:

Einleitung

Überlegungen zum Thema Bioethik:

Die zwei Paar Schuhe des Bischofs Dr. Gebhard Fürst

Das falsche Paar Schuhe des Bischofs

Aus der Pressearbeit der Aktion Leben e.V.

Die „Geheimen Verführer“ unserer psychologisierenden Theologen

Junge Aktion Leben

Naturrecht - früher und heute

Veranstaltungen

Download des Rundbriefes

Impressum

 

 

 

Friede den Ungeborenen !

Liebe Mitglieder und Freunde der AKTION LEBEN,

In diesen Wochen spricht man - ja man schreit es förmlich in die Welt hinaus - überall von Krieg und Frieden. Richtig so!

Ängste sind da und/oder werden geschürt. Verständlich! Die Auswirkungen oder gar eine Eskalation könnten uns alle treffen.

Seit 30 Jahren tobt weltweit ein anderer Krieg, ein Massenvernichtungskrieg gegen Ungeborene. Kriegsschauplatz ist der Mutterschoß. Aber kaum noch jemand scheint sich für diesen Krieg und die Kriegsfolgen zu interessieren. Kaum noch jemand geht für den Frieden im Mutterschoß „auf die Straße“. Nur scheinbar betrifft er uns Geborene nicht. Aber ob wir es wahrhaben wollen oder nicht: Die Auswirkungen dieses Krieges bekommen wir alle zu spüren, sie betreffen uns alle mehr und mehr.

Ist der mangelnde Widerstand gegen den Abtreibungskrieg vielleicht darin zu sehen, daß er die Menschen scheinbar nicht betrifft, daß man das Abschlachten der Kinder als private Angelegenheit von Frauen, Männern, Ärzten, Politikern u.a. ansieht?

Oh, wie blind ist man doch!

Genau da setzt unsere Arbeit an. Wir müssen informieren, sensibilisieren, helfen. Den wehrlosen, hilflosen, unschuldigen Kleinen und ihren Müttern und Familien muß unsere Sorge gelten.

Mutter Teresa sagte bei der Friedensnobelpreis-Verleihung, daß der größte Zerstörer des Weltfriedens der Schrei der ungeborenen Kinder sei, daß, wenn Mütter ihre eigenen Kinder ermorden, nichts mehr dem im Wege steht, daß wir uns alle gegenseitig umbringen.

Mit herzlichem Gruß

Walter Ramm

 

P. S.: Bitte, helfen Sie uns auch weiterhin durch Ihr Gebet, Ihre Mitarbeit, und damit wir das alles weiter tun können, auch finanziell. Vergelt’s Gott!

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Überlegungen zum Thema Bioethik

Die zwei Paar Schuhe des Bischofs Dr. Gebhard Fürst

In einer Presseerklärung des Ethikrates vom 23.1.2003 heißt es: „Der Nationale Ethikrat empfiehlt einmütig, die Anwendung der Pränatal- (PND) und Präimplantationsdiagnostik (PID) in einem besonderen, umfassenden Fortpflanzungsmedizingesetz zu regeln.“

Zu diesem Satz steht im Widerspruch eine Aussage von Bischof Fürst, Mitglied des Nationalen Ethikrates, erschienen im „Pilger“ am 19.1.2003. Bischof Fürst sagt dort, daß es nicht zu einem „Aufweichen“ des angeblich restriktiven Embryonenschutzgesetzes (EschG) kommen darf, was ja durch ein neues „Fortpflanzungsgesetz“ gerade geschehen soll und wird.

Fraglich ist allerdings, ob Bischof Dr. Fürst, wie so viele andere, dieses hoch gelobte Embryonenschutzgesetz von 1990 wirklich aufmerksam gelesen hat.

Bei verschiedenen Stellungnahmen sagte Bischof Dr. Fürst richtigerweise, daß mensch­liches Leben mit der „Verschmelzung von Same und Eizelle“ beginnt. Dieses Gesetz aber legt im § 8 fest: „Embryo im Sinne dieses Gesetzes ist der Embryo ab Kernverschmelzung(!).“

Das sind in der Tat zwei Paar Schuhe, denn zwischen der „Zellverschmelzung“ und der „Kernverschmelzung“ liegen etwa 12 Stunden, in denen der frühe Mensch, nach diesem vielgelobten Gesetz keinerlei Schutz genießt.

Den Bischof scheint es auch nicht zu stören, daß das EschG zwar das Einfrieren menschlicher Embryonen verbietet, aber dennoch in Deutschland aufgrund der o.g. Lücke in diesem Gesetz Zehntausende „Embryonen im Vorkernstadium“  eingefroren sind.

Im übrigen: Die sogenannte In-vitro-Fertilisation (IVF), also die künstliche Erzeugung menschlicher Embryonen, gestattet das Gesetz ausdrücklich, obwohl sie nach kirchlicher Lehre (z. B. die vatikanische Instruktion „Donum vitae“) aus guten Gründen und mit Recht verboten ist.

Anmerkung: Also bewußte Begriffsverschleierung ähnlich wie bei der Abtreibung. Dort heißt es per Definition in § 219 StGB: „Die Schwangerschaft(!) beginnt mit vollendeter Einnistung.“ Das ist etwa am 12. - 14. Tag nach der Empfängnis.

 

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Das falsche Paar Schuhe des Bischofs

Die Presseerklärung des Nationalen Ethikrates vom 23.1.2003 in Bezug auf Pränatal- und Präimplantationsdiagnostik enthält die Aufforderung zur „Bereitschaft, abweichende Meinungen zu akzeptieren“. Diese Aufforderung scheint mehr an die eigenen Mitglieder als an die Öffentlichkeit gerichtet zu sein.

Es gibt zu diesem Komplex zwei Voten des Nationalen Ethikrates. Das Votum der Mehrheit, die für eine „begrenzte“ Zulassung ist und das von 15 Mitgliedern abgegeben wurde, und das Votum einer Minderheit, das 7 Mitglieder namentlich unterzeichnet haben.

Dieses Votum der Minderheit, die PID ablehnt, wurde auch von den beiden Vertretern der kath. Kirche, dem Moraltheologen Prof. Dr. Eberhard Schockenhoff, Freiburg, und Bischof Dr. Gebhard Fürst, Stuttgart-Rottenburg, mitgetragen.

Auch das Europaparlament befaßt sich regelmäßig in Anhörungen mit bioethischen Fragen. Die Aktion Leben e.V. entsendet immer wieder Zuhörer zu diesen Veranstaltungen, wie auch zu solchen im Deutschen Bundestag. Vergangenes Jahr hatten wir in Brüssel die Gelegenheit, ein Statement vorzutragen, welches dort für einiges Aufsehen sorgte.

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Wenn man sich dieses Votum näher ansieht, stellt man fest, daß es neben wichtigen und richtigen Aspekten, die dort angesprochen werden, auch einen Wirrwarr von Aussagen gibt, die weder mit dem Naturrecht noch mit der kath. Lehre vereinbar sind. So wird die künstliche Befruchtung (IVF) grundsätzlich als „noch hinnehmbare Technik“ akzeptiert, und man kann lesen, „die Steigerung(!) der Zahl sog. überzähliger Embryonen ist zumindest solange bedenklich(!), wie nicht die möglichen Maßnahmen zur Verringerung der Entstehung solcher Embryonen ergriffen worden sind“.

Ferner: Die Nidationshemmung (frühe Abtreibungstötung) durch Pille und Spirale und die Abtreibungstötung nach PND (z. B. Fruchtwasseruntersuchung) seien etwas ganz anderes als die „Selektion“ (Selektion ist Tötung) durch PID.

Hier versuchen sich die Unterzeichner des Minderheiten-Votums gegen die Argumente der Befürworter des PID zu rechtfertigen. Letztere sagen, man töte doch auch in späteren Stadien der Schwangerschaft durch Abtreibung, bei der IVF und durch die völlige Freigabe von nidationshemmenden sog. „Verhütungsmitteln“, dafür gäbe es in unserer Gesellschaft bis hin zu den Kirchen einen breiten Konsens.

In dem Papier wird verlangt, vor und nach PND und PID den Frauen eine humangenetische und psychosoziale Beratung anzubieten und der Schwangeren „nach der Beratung für die Entscheidung(!) über einen Schwangerschaftsabbruch eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen. Diese Passage erinnert an die Beratungsinhalte der langjährigen Schwangerschaftskonfliktberatung kirchlicher Beratungsdienste. Hier wird mindestens suggeriert, die Schwangere habe eine Entscheidungsfreiheit zum Töten ihres Kindes.

Zur Unterzeichnung dieser und weiterer Aussagen im Minderheiten-Votum durch die kirchlichen Vertreter wäre es nie gekommen, wenn die Verantwortlichen in der Kirche immer konsequent in diesen Fragen geblieben wären und sich gar nicht erst hätten einbinden lassen in ein Gremium, das von Anfang an als Akzeptanzbeschaffer für biotechnologische Forschungen konzipiert war.

Es ist das „falsche Paar Schuhe“, das sich ein kath. Bischof, ein kath. Moraltheologe und ein evang. Vertreter hier anziehen ließen. Hier kann es nur eines geben: So schnell wie möglich raus aus diesem Pseudo-Ethik-Rat!

Anmerkung: Weitere fragwürdige Aussagen im Minderheiten-Votum können bei der Aktion Leben, Postfach 61, 60518 Abtsteinach, angefordert werden.

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Aus der Pressearbeit der Aktion Leben e.V.

17. Januar 2003

Nie wieder?

Abtsteinach. Nachdem das deutsche Parlament vor Jahresfrist die Einfuhr embryonaler Stammzellen zu Forschungszwecken gestattet hat, werden nun die ersten E-Stammzell-Linien in Deutschland erwartet. Prof. Oliver Brüstle, Bonn, kann sich damit brüsten - als Erster in Deutsch­land - nun endlich mit den Forschungsarbeiten beginnen zu können. Pikant an der Sache ist, daß dieses “Menschenmaterial” aus Haifa, Israel, importiert wird.

Dazu sagt Walter Ramm, Vorsitzender der AKTION LEBEN e.V.: „In der unseligen NS-Zeit wurde unter Mißachtung von Menschen- und Lebensrechten durch deutsche Wissenschaftler an jüdischen Menschen geforscht und experimentiert.

Heute werden jüdische Menschen in ihrer embryonalen Erscheinungsform von israelischen Forschern getötet oder von ihren israelischen Müttern durch Abtreibung getötet und nach Deutschland zu Forschungszwecken verkauft.“

In der Pressemitteilung der AKTION LEBEN e.V. heißt es weiter: „Wie sich die Zeiten gleichen. 1942 sagte der NS-Forscher Prof. Dr. August Hirt: ‘Wäre es nicht absurd, sie (die vornehmlich jüdischen Auschwitzhäftlinge) nur hinzurichten und in den Ofen des Krematoriums zu werfen, ohne ihnen noch eine Gelegenheit zu geben, zum Fortschritt der Gesellschaft beizutragen?’

In der Tat künden Gedenkstätte und  Museum in Auschwitz-Birkenau, daß jüdische Männer und Frauen im KZ-Natzweiler-Struthof ermordet und danach Hirt als Material für seine wissenschaftlichen Arbeiten übersandt wurden.“ - Nie wieder?

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Die „Geheimen Verführer“

unserer psychologisierenden Theologen

Wir veröffentlichen hier einen 1. Beitrag einer umfassenden Darstellung zu diesem Thema, erstellt von Rudolf Willeke, Münster. Weitere Folgen bzw. die komplette Schrift können bei uns in Kürze angefordert werden.

Karl Marx (1818-1883) und Sigmund Freud (1856-1936) sind beide Söhne des jüdischen Bürgertums, sind beide dem aufgeklärten Atheismus zuzurechnen, verstanden sich beide als Stifter einer neuen, innerweltlichen, wissenschaftlichen Religion, der „Religion“ des Sozialismus der eine, bzw. der „Religion“ des Sexualismus der andere.

Während Marx die Selbsterlösung des Menschen durch die endgültige Niederringung und Überwindung des Kapitalismus und den Sieg des Kommunismus „verkündigte“, den qualitativen Sprung nämlich aus dem Reiche der Notwendigkeiten in das Reich der Freiheit, der Freiheit des Arbeiter- und Bauernparadieses, stellte Freud die Selbsterlösung, das Heil des Menschen durch Befreiung der menschlichen Sexualität von allen religiös-ethischen und gesellschaftlich-kulturellen Bindungen (Normen, Geboten, Sanktionen) in Aussicht: Erlösung durch Emanzipation.

Beide sahen sich zu ihrer Zeit als Gründer/Stifter einer neuen „Kirche des Fort­schritts“, einer profanen Gegenkirche, die den bis dahin nahezu unumschränkt herrschenden höchsten Autoritäten (Gott, Papst, König) eine Absage und Niederlage erteilen wollten. Marx und Freud sahen sich selbst als wissenschaftlich legitimierte Gegen-Päpste gegenüber höchsten religiösen und politischen Autoritäten ihrer Zeit.

Thomas Mann, der 1929 zum ersten Mal einen Vortrag über Freud und die Freudsche Psychoanalyse hielt, wies darauf hin, daß Freuds Denken insbesondere von Friedrich Nietzsche (Nihilismus) und Arthur Schopenhauer (Atheismus) vorgeprägt sei, daß sich Freud schon als Student einem Wiener Lesezirkel angeschlossen habe, in dem er sich mit der Philosophie des Atheismus/Nihilismus vertraut gemacht habe.

Karl Marx hat „Das Kapital“ und das „Kommunistische Manifest“ als „Bibel“ des atheistischen Materialismus/Sozialismus bzw. als Handbuch der ökonomisch-sozialen Revolution verfaßt, die 1917 in Rußland ausgelöst wurde und eine schreckliche Zahl von Menschen in den Tod riß.

Sigmund Freud hat uns die Psychoanalyse und Psychotherapie als Rezeptur der anthropologischen und kulturell-religiösen Revolution hinterlassen, die nach dem II. Weltkrieg und in Deutsch­land nach 1960 die Psychowelle auslöste und die kulturrevolutionär-gruppendynamische Bewegung (angeleitet von Jacov Levy Moreno) auf den Weg brachte.

Für Marx war Religion nichts anderes als „Opium des Volkes“, im Namen des Marxismus wurden Kirchen zerstört und Christen verfolgt und ausgehungert. Freud betrachtete den religiösen Glauben als „allgemeine menschliche Zwangsneurose“, als „Illusion“, gewissermaßen als Defekt am psychischen Apparat und als „unaufgeklärtes Bewußtsein“. Er erwartete, daß die Psychoanalyse den Tod der Kirche herbeiführen werde. In diesem Aufklärungsprozeß –– angeleitet durch die Psychoanalyse –– gebe es keine Aufhaltung. Je mehr Menschen die Schätze unseres Wissens zugänglich gemacht würden, desto mehr verbreite sich der Abfall vom religiösen Glauben (Zukunft einer Illusion).

Freud haßte die Kirche zeitlebens: Einem Besucher, der ihn gegen Ende seines Lebens vor dem Einzug der Nationalsozialisten in Wien warnte, antwortete er: „Helfen Sie mir lieber, meinen wirklichen Feind zu bekämpfen, die römisch-katholische Kirche.“

Diese tiefverwurzelte, antikirchliche Grundeinstellung teilte Freud mit seinem geistigen Ahnen, dem großen Widersacher des Christentums Friedrich Nietzsche (1844-1900) und dem aufgeklärten französischen Freimaurer Franççois Marie Arnet, genannt Voltaire (1694-1778), Mitglied der Loge „Neuf Soeurs“ (Neun Schwestern).

In einer seiner letzten Stunden vor dem endgültigen Versinken in die geistige Umnachtung schrieb Nietzsche den Satz: „Ich verurteile das Christentum, ich erhebe gegen die christliche Kirche die furchtbarste aller Anklagen, die je ein Ankläger in den Mund genommen hat, sie ist mir die höchste aller denkbaren Korruptionen, sie hat den Willen zur letzten auch nur möglichen Korruption gehabt. Ich heiße das Christentum einen großen Fluch, die eine große innerliche Verdorbenheit, ..., ich heiße das Christentum den einen unsterblichen Schandfleck der Menschheit.“

Voltaires Parole „Ecrasez l’’infame!“, rottet sie aus, die Verruchte! (Kirche), ist in die Geschichte eingegangen. Zweihunderttausend Bauern und Kleinbürger in der katholischen Vendéée wurden 1894 förmlich ausgerottet.

Dieses psychoanalytische (materialistisch-atheistische) Denken Freuds hat sich auf Generationen von Psychologen, Psychotechnikern, Theologen und Pädagogen übertragen: Normfrei ausgelebte Sexualität gegen christlich-normierte Sexualaskese ist das Programm zur Unterhöhlung der Fundamente der Kirche. Psychoanalyse, neben dem Marxismus die Großideologie des 20. Jahrhunderts mit ihren über 700 teilweise sehr fragwürdigen „therapeutischen“ Unterformen, hat mit „Seele“, Seelsorge, Seelenheil nach einem gottgefälligen Leben nicht das Geringste zu tun. Psycho-Therapie, -Technik, -Kult sind nicht die Lösung der Probleme in der Kirche, sie sind das Problem!

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Junge Aktion Leben

Texte ... nicht nur für Jugendliche

Schöne neue Welt

Die Forschung scheint bereits soweit zu sein: Laßt uns die „Schöne neueWelt“ schaffen, von der in dem bekannten Zukunftsroman von Aldous Huxley die Rede ist. Jedes Kind wird ein Wunschkind sein. In dicken Katalogen wird man sich aus einer übergroßen Auswahl sein eigenes Wunschkind selbst zusammenstellen können. Doch damit nicht genug: Es wird auch möglich sein, besonders gute Exemplare zu duplizieren. Sollte aber einmal ein Defekt auftreten, so wird jeder auf sein eigenes Ersatzteillager zurückgreifen, um defekte Organe ohne weitere Probleme austauschen zu können. Selbverständlich wird in unserer „Schönen neuen Welt“ jeder über sein eigenes Leben selbst bestimmen, jedenfalls so lange, wie er den anderen Menschen nicht zur Last fällt.

Indem wir begonnen haben, Schöpfer zu spielen, haben wir bereits die Schwelle zur „Schönen neuen Welt“ überschritten, so daß wir uns die Frage stellen sollten, wie diese „Schöne neue Welt“ nun wirklich aussieht.

Haben diejenigen, die uns Glück und Gesundheit versprochen haben, Recht behalten, oder haben wir der falschen Schlange unser Gehör geschenkt? Haben diejenigen, die uns Freiheit und Glück versprochen haben, Recht behalten, oder haben wir uns nicht viel mehr verführen lassen und vom Baum der Erkenntnis gekostet, als wir begonnen haben, den Wert des Menschen nach seiner Gesundheit und nach seinen Leistungen zu messen?

Wie hoch wird der Wert des Menschen heute noch eingestuft? Tausende Kinder werden täglich zum „Wohle des Menschen“ getötet und zusammen mit dem Klinikmüll entsorgt. Wo keine Ehrfurcht vor dem Schöpfer mehr da ist, da ist auch keine Ehrfurcht mehr vor dem Leben anderer Menschen da. Wo aber diese Ehrfurcht fehlt, da fehlt auch die Ehrfurcht vor dem eigenen Leben. Ist es da noch verwunderlich, daß es neuesten Forschungen zufolge in Deutschland alle 45 Minuten zu einem Selbstmord und alle 3 Minuten zu einem Selbstmordversuch kommt? Ist das unsere „Schöne neue Welt“?

In unserer Planung für die „Schöne neue Welt“ haben wir wohl jemanden vergessen: Den nämlich, der sie erschaffen hat!

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Naturrecht - früher und heute

Anmerkungen von Dr. Georg Haiber zu einem Vortrag von Prof. Dr. Dr. h. c. Wolfgang Waldstein, gehalten am 15. November 2002 bei einer Tagung des „christlichen europäischen ethikforums“ (ceef) der Aktion Leben e.V.

 

Naturrechte sind Rechte, die dem Menschen von Natur aus zustehen – und zwar einzig und allein aufgrund seines Gott gewollten Menschseins. Naturrecht muß man nicht suchen, es ist da. Ohne Naturrecht kann es keine Menschenrechte geben. Ein Beispiel soll dies illustrieren: Ein römischer Sklave soll sich mit zehn Dinar bei einem Erben freikaufen. Ein solcher Zwang ist wider das Naturrecht. Jeder Mensch ist als freier Mensch geboren. Dieses Recht des Menschen achten heißt, diese seine natürliche Gestalt und deren immanente Gesetzlichkeit respektieren. So gehört es zum Beispiel zur Natur des Menschen, daß sie ererbt wird von einem bestimmten Elternpaar und nicht einer Samenbank entstammt. Das wäre wider die Natur und damit gegen die Würde des Menschen.

Für die meisten Rechtsgelehrten heute existiert so etwas wie Naturrecht nicht mehr. Naturrecht setzt die Existenz von Wahrheit voraus. Doch Wahrheit im Sinne von Gottes offenbartem Wort wird heute nicht mehr akzeptiert. Wahrheit ist relativ geworden.

Der Begriff des Natürlichen im Recht wurde bereits von Platon (427-347 v. Chr.) und seinem Schüler Aristoteles (384-322 v. Chr.) definiert. Ein Mensch, so sagen sie, kann Wahrheit erkennen. Man soll sich dabei von seiner Intuition leiten lassen, die auf Vernunft gegründet sein muß. Aristoteles: „Intuitiver Verstand ist eine Gabe der Natur“. Später haben die Römer diese Ansichten in ihrem Rechtssystem verankert. Bekannte Fürsprecher waren Marcus Tullius Cicero (106-43 v. Chr.) und Domitius Ulpianus (170-228 n. Chr.). Nach Cicero war der göttliche Sinn höchstes Gesetz: „Die Gesetze müssen mit der Natur in Einklang stehen. Der Schöpfer ist der Grund dieses Rechts. Wer ihn selber leugnet, wird sich selbst bestrafen und zerstören.“

Richtig angewandtes Naturrecht ist untrennbar mit dem Glauben und dem Erkennen von Wahrheit verbunden. Es gilt das Wort von Matthias Claudius (1740-1815): „Die Wahrheit richtet sich nicht nach uns, lieber Sohn, sondern wir müssen uns nach ihr richten.“

Mit Beginn der Aufklärung löste sich die Verbindung von Naturrecht und Glauben zusehends auf. Als eine der treibenden Kräfte galt der Jurist und Philosoph Christian Thomasius (1655-1728); er war Vorkämpfer für eine Verweltlichung des Naturrechts. Immanuel Kant (1724-1804) ging diesen Weg konsequent weiter und vollzog mit seiner Lehre die endgültige Trennung. Kant gilt heute als der Gründer des Wissenschaftsideals und für die Gelehrten gilt: Kein Weg führt hinter Kant zurück.

 

Homo homini lupus

Was Naturrecht meint, ist heute vielfach Verfassungsbestandteil. Artikel eins des Grundgesetzes lautet: Die Würde des Menschen ist unantastbar und §16 des Österreichischen Bürgerlichen Gesetzbuches lautet: Jeder Mensch hat angeborene, durch die Vernunft eingegebene Rechte. Gleichwohl werden diese Paragraphen heute nach Belieben ausgehöhlt.

Wer Gott leugnet, schwingt sich nur allzu gern selbst zum Herren über Leben und Tod auf. Immer häufiger zu hören sind Stimmen, die statt Menschen- Personenrechte fordern und auf diese Weise Abtreibungen auch nach dem dritten Monat möglich machen wollen.

Und längst besteht in dem, was Menschsein eigentlich heißt, kein klarer Unterschied mehr zwischen etwas und jemand. So spricht man in der Wirtschaft nicht mehr von Menschen, sondern von Human Resources. Der Mensch als Ware, die nach Gutdünken hin und her geschoben und manipuliert werden kann.

Papst Johannes Paul II. ruft daher zur Umkehr, wenn er fordert, daß wir uns bewußt anstrengen müssen, damit wir Naturrechte erkennen. Dabei sei das Licht des Verstehens entscheidend, das Gott in uns eingegossen hat.

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Veranstaltungen

Am 28. Dezember 2002, dem Tag der hll. Unschuldigen Kinder, wallfahrtete der Aktionskreis München wieder ca. 10 km von der Pfarrkirche „Maria Schutz“ in München-Pasing zur Wallfahrtskirche „Maria Eich“ in Planegg.

Bei strömenden Regen wurden der Rosenkranz gebetet und Lieder gesungen. Die Kirche war mit ca. 200 Personen gut gefüllt. H. H. Kurat Stefan Ostrowitzki ließ es an klaren und deutlichen Worten bei der Predigt zum Thema nicht fehlen.

Ähnliche Aktionen fanden in Fulda, Köln und Koblenz (siehe nachfolgendes Bild) und andernorts statt. Bitte vergessen Sie  in Ihren Gebeten die Ungeborenen und die Alten und Kranken nicht.

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Gebetsdemonstration  auf dem Weg

zum Krankenhaus „Kemperhof“

in Koblenz

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Impressum

Herausgeber: Aktion Leben e.V. - Postfach 61 - D-69518 Abtsteinach/Odw.

Telefon: 06201 - 2046 - Fax: 06201-23848

Homepage: www.aktion-leben.de

Versand erfolgt an alle Mitglieder der Aktion Leben e.V.

(Bezugspreis ist im Mitgliedsbeitrag enthalten)

Nachdruck bei Quellenangabe und Übersendung eines Belegexemplares gestattet

 

Spendenkonto: 17914 bei Volksbank Überwald-Gorxheimertal eG, BLZ 509 616 85

Aktion Leben - Konsequent für das Leben von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod

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