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Carol Everett / Valerie Riches
"Die Drahtzieher hinter der Sexualerziehung"
Das Wort
"Abtreibungsindustrie" klingt makaber, beschreibt aber
deutlich eine bisher nur wenig bekannte Seite von Abtreibung und
Verhütung. Unter dem Vorwand, man
helfe ja nur den "armen Frauen", wandern Milliardenbeträge in
die Taschen von Abtreibungsärzten und Pharmaindustrie.
Nach dem Bericht von Carol Everett sind es in Amerika vornehmlich private Unternehmen, die Abtreibungen durchführen und hierfür Werbung verbreiten. In Deutschland dagegen sind es "gemeinnützige" Organisationen wie "pro familia", die es mit finanzieller Unterstützung durch Steuermittel Kinder und Jugendliche bereits in den Schulen zum Gebrauch von Verhütungsmitteln verführen und für den Fall des Versagens der Verhütung die Abtreibung im eigenen Haus anbieten.
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Interview mit Carol Everett![]()
Wie wurden sie Christin, wiewohl sie selbst Abtreibungszentren unterhielten?
Obwohl unter meiner Verantwortlichkeit 500 Abtreibungen im Monat vorgenommen wurden, dachte ich, ich sei Christin, weil ich zur Kirche ging, der Kirche Geld gab und der Meinung war, durch Abtreibung Frauen zu helfen. Ich verdiente sehr viel im Monat und hatte alles, was man mit Geld kaufen kann - doch es war zuviel falsch in meinem Leben.
Ich hatte keinen Frieden, war arbeitswütig und mußte Schlaftabletten nehmen, um einschlafen zu können. Es gab auch immer wieder interne Konflikte im Abtreibungszentrum - fortwährender Streit zwischen den Abtreibern, dem Pflegepersonal und den Beratern.
Als Leiterin des Abtreibungszentrums war für mich ein guter Berater unbedingt notwendig. Ein Freund empfahl mir den Betriebsberater Jack Shaw. Mit Jack traf ich mich einmal monatlich eine Stunde. Bei einem dieser Treffen schlug er seine Bibel auf und zeigte mir im 1. Brief des Hl. Paulus an Timotheus Kapitel 6 Vers 9 und 10: „Denn die reich werden wollen, fallen in Versuchung und Fallstricke des Teufels und in viele unnütze und schädliche Begierden, welche die Menschen in den Abgrund des Verderbens stürzen. Denn eine Wurzel aller Übel ist die Liebe zum Geld; und schon manche, die sich ihr ergaben, sind abgefallen vom Glauben und haben sich selber viel bitteres Leid bereitet."
Das traf mich jäh, denn es war mein Ziel, durch die Abtreibungsindustrie Millionärin zu werden. An diesem Tag betete ich, Christus in mein Leben aufnehmen zu dürfen.
Was haben sie damals gebetet und warum sind sie der Meinung, daß gerade dieses Gebet sie verändert hat?
Jack betete mir folgendes Gebet vor: „Gott, ich bin ein Sünder, verzeih mir bitte all meine Sünden." Ich hatte das zuvor noch nie gebetet. Danach beteten wir: „Dank Dir, daß Du Deinen Sohn gesandt hast, Jesus Christus, der auch für meine Sünden gestorben ist. Regiere auf dem Thron meines Herzens als Herr und Erlöser. Laß mich ein Arbeiter in Deinem Königreich und Weinberg sein."
Weil ich so inständig noch nie zu Gott gebetet hatte, glaube ich, daß dieses Gebet mein Leben verändert hat. Ich bat Christus, in mein Leben einzutreten. Gott hat alle meine Gebete erhört.
Sind sie an diesem Tag noch zum Abtreibungszentrum zurückgekehrt?
Ein paar Stunden, nachdem ich mit Jack gebetet hatte, bin ich zurückgegangen. Als ich zur Tür hineinging, sah ich, daß im Wartezimmer alle weinten - so etwas war mir früher nie aufgefallen. Ich begann mit den Mädchen ein Gespräch und erfuhr von ihnen zum erstenmal, wie ihnen Abtreibung eingeredet worden war. Ich hörte und sah ihren Schmerz. Mich selbst hörte ich sagen: „Sie brauchen nicht abtreiben zu lassen." Ein Mädchen fragte ich, ob ich mit ihr nach Hause gehen solle, um ihren Eltern zu sagen, daß sie schwanger sei.
Ich konnte es nicht glauben! Ein Gebet mit Jack am Morgen, und mittags begann ich, Mädchen die Abtreibung auszureden! Nachmittags ging ich zu dem Raum, in dem die Abtreiber Abtreibungen nach dem dritten Monat vornahmen. Obwohl ich Föten Babys nannte, hatte ich sie nie als menschliche Wesen betrachtet; ich hatte mir das so überlegt, daß Gott abgetriebene Babys nicht für das Leben bestimmt habe.
Aber auf einmal war mir klar geworden: „Diese Babys haben alle Organe, die zum Leben notwendig sind." In dem Moment wußte ich, daß Gott sie nicht zum Sterben bestimmt hatte, ich wußte, daß diese Föten Menschen waren. Es war mir bewußt geworden, ich war verantwortlich für den Tod von 35.000 Leben.
Ein paar Tage später brachte der Sender von Dallas eine enthüllende Reportage über Abtreibungszentren. Reporter hatten ausfindig gemacht, daß wir Abtreibungen an noch nicht schwangere Frauen verkauften. An diesem Tag spürte ich, wie Gott zu mir sagte: „Carol, du darfst hier nicht sein". Eine Woche danach verließ ich das Zentrum endgültig.
War es für sie schwer, Gottes Vergebung anzunehmen?
Als mir bewußt wurde, daß ich innerhalb von sechs Jahren an dem Mord von 35.000 unschuldigen Kindern beteiligt war, lastete auf mir eine so große Schuld, die unmöglich zu tragen war. Der Gedanke, daß Gott mir jemals würde vergeben können, war für mich unmöglich. Doch ein christlicher Freund, der mich in dieser Zeit begleitete, las mir aus dem ersten Johannesbrief Kapitel 1 Vers 9 vor: „Wenn wir unsere Sünden bekennen, so ist Er treu und gerecht; Er vergibt uns unsere Sünden und wird uns rein machen von allem Unrecht."
Dieses Schriftwort war der Anfang eines langen Genesungsprozesses, der noch nicht beendet ist. Er dauert bereits zehn Jahre, und es wird jeden Tag besser. Mir selbst zu vergeben ist der schwierigste Teil gewesen, vor allem die Abtreibung meines eigenen Kindes. Schließlich habe ich meiner abgetriebenen Tochter einen Namen gegeben. Ihr Name ist Heidi, und sie ist der Grund, weshalb ich heute hier bin, um für die Rettung der Ungeborenen zu kämpfen. Unablässig muß ich daran denken, daß ich durch meine Weigerung, mir selbst zu vergeben, Gott nicht die notwendige Ehre erweise. Gottes Gnade ist unergründlich für mich. Es ist schwer zu begreifen, daß Gott, nach allem, was ich getan habe, mich immer noch liebt. Ich las, wie Gott die Hand ausstreckte nach Rahab, der Prostituierten.
Welchen Rat können sie Frauen geben, denen es schwer fällt, sich selbst für frühere Abtreibungen zu vergeben?
Viele Frauen, die abgetrieben haben, glauben, weil sie ihr Kind ermordeten, diese Sünde sei unverzeihlich. Die Wahrheit jedoch ist, daß das Blut Christi am Kreuz vergossen wurde für alle Sünden, auch für die Sünde der Abtreibung.
Priester müssen den Mut haben, über die Sünde der Abtreibung zu predigen wie auch über die Vergebung der Sünden durch die Beichte, sodaß bei den Frauen das Verlangen entsteht, ihre Sünden zu bekennen, damit sie vergeben werden können. Die Kirche soll ein Ort sein, an dem Menschen mit schmerzlich kranker Seele gesund werden können.
Sie gründeten eine Organisation - Life Network -. Welches Ziel verfolgen sie damit?
Viele Frauen leiden nach der Abtreibung an dem sogenannten Post-Abortion-Syndrom! Die Abtreibung verwundet Frauen so schlimm, daß sie jahrelang nicht damit fertig werden können. In dieser schwierigen Zeit werden viele Frauen depressiv und selbstzerstörerisch, knüpfen allerlei Beziehungen an oder werden arbeitswütig. Life Network begleitet diese Frauen und steht ihnen hilfreich zur Seite. Die meiste Zeit befinde ich mich auf Vortragsreisen und arbeite auch noch im Hilfsdienst für Mutter und Kind in Not. Ich glaube, der Herr will, daß ich meine Geschichte vielen Menschen erzähle. In den fünf Staaten, in denen meine Abtreibungszentren bestanden - in New Mexico, Oklahoma, Arkansas, Louisiana und Texas - will ich Hilfe leisten.
Halten sie das Beten vor Abtreibungszentren für sinnvoll?
Ich denke, es ist wichtig, draußen vor den Abtreibungszentren zu stehen und ausgehend von der Liebe, den jungen Frauen zu sagen: „Kann ich Ihnen helfen, bevor Sie da hineingehen? Es gibt Stellen, wo Sie bleiben können und Organisationen, die Ihnen helfen, damit Sie ihr Kind behalten können. Jemand wird Ihr Kind adoptieren."
Wenn wir vor Abtreibungszentren stehen, müssen wir die Abtreiber lieben. Ich denke oft: „Was würde Jesus tun?"
Wir müssen für die Abtreiber beten, der Herr möge ihr steinernes Herz aus ihrem Körper nehmen und ihnen ein Herz aus Fleisch einpflanzen. Wir sehen, daß immer weniger Ärzte Abtreiber genannt werden wollen - das ist positiv.
Warum haben sie etwas gegen die Abtreibungsindustrie?
Weil Abtreibung die größte unkontrollierte Industrie in unserem Land ist. Viele Abtreibungszentren bestehen in Ketten, da sie so gewinnbringend sind. Ich erhielt eine sehr hohe Provision für jede Abtreibung, daher wußte ich auch, wieviele wir ausführten. Im letzten Monat, in dem ich noch damit befaßt war, machten wir 545 Abtreibungen. Wir hatten auch sonntags geöffnet - das war tatsächlich der gewinnbringendste Tag. Wir versuchten jeden Sonntag 15 bis 20 Abtreibungen in zwei bis drei Stunden zu machen. Viele Frauen möchten schnell hinein und schnell wieder fort. Die Abtreibungsindustrie hat nichts mit Wahlen zu tun, es geht um Geld. Abtreibung wird nicht von Frauen gewählt. Abtreibung ist ein clever an den Mann gebrachtes Produkt, verkauft an Frauen in einer sehr problematischen Phase ihres Lebens.
Wie funktionierte die Überredung zur Abtreibung bei einer telefonischen Anfrage?
Eine Frau ruft im Abtreibungszentrum an, um sich nach ihren Alternativen zu erkundigen; ihr ist aber nicht bewußt, daß der Abtreibungsberater eigentlich ein Abtreibungsverkäufer ist. Den Frauen sollte gesagt werden, daß es sich um eine gefahrlose, einfache und legale Methode handele, die sie von ihrem ‘Problem’ befreit." Eine größere Lüge gibt es nicht. Die telefonische Beratung war nicht die einzige Möglichkeit zur Erlangung von Kunden. Die Abtreibungsindustrie drang auch in das öffentliche Schulsystem ein. Ich weiß es, denn ich ging zu den Schulen, um vor Studenten über Sex und Verhütungsmittel zu sprechen. Das gab mir die Gelegenheit, an Teenager Abtreibungen zu verkaufen.
Was sagten sie den Studenten, wenn sie vor ihnen in der Klasse standen?
Ich fragte: „Wer von ihnen kennt jemand, der sexuell aktiv ist?" Fast jeder hob seine Hand. Ich ging weiter: „Wie viele von denen, die sie kennen, machen Geburtenkontrolle?" Das wußten sie nicht. Dann sagte ich: „Würden sie da helfen wollen?" Die Antwort war immer ja. Die Teenager wollten über Verhütungsmittel sprechen, weil die meisten von ihnen sexuelle Kontakte hatten. Sie stellten typische Fragen: „Wie ungefährlich ist ein Kondom?"
Viel Zeit nahm ich mir bei der Behandlung der verschiedenen Methoden der Geburtenregelung und deren Zuverlässigkeit. Ich ermunterte sie, über ihre sexuellen Wünsche zu sprechen - und letztendlich auch danach zu handeln. Die Ärzte im Zentrum verschrieben diesen Teenagern Verhütungspillen mit einer leichten Dosierung und einer hohen Unzuverlässigkeit, die jeden Tag genau um dieselbe Zeit eingenommen werden mußten, andernfalls sie nicht wirkten. Diese Jugendlichen aber sind gewöhnlich nicht in der Lage, ohne Hilfe solche strengen Medikationsvorschriften einzuhalten. Hierdurch wurden sie unsere besten Kunden.
Wußten die Schulbehörden oder die Direktionen, worüber sie sprachen, daß sie Abtreibung propagierten?
Absolut nicht. Sie hatten keine Ahnung, was ich tat. Wie auch immer, ich erreichte meine Kunden. Es machte mir nichts aus, was die Direktion über mein Tun dachte.
Gab es keine Beschwerden der Eltern gegen das, was sie ihren Kindern über Verhütung und Abtreibung sagten?
Ja, aber sie sagten das nicht mir. Meine Einstellung war: „Ich bin weg. Das ist nicht mein Problem, sondern das des Direktors." Von jeder Klasse, in der ich gesprochen hatte, sah ich drei bis fünf Mädchen wieder. Nach den Vorträgen erlebte ich eine Zunahme der Kundenzahl. Wenn sie eine Abtreibung ‘benötigten’, riefen sie mich an und sagten dabei: „Wissen sie noch, daß sie in meiner Schule waren?"
Was können Mütter tun, um ihre Kinder vor einer solchen Art der Beeinflussung zu schützen?
Wir müssen unseren Kindern Gottes Gebote lehren und ihnen erklären, daß Gott die Sexualität geschaffen hat, mit der er einen ganz besonderen Plan verfolgt - innerhalb der Ehe. Wir beschützen hierdurch nicht allein unsere Kinder, sondern auch ihre Freunde.
Sind sie der Meinung, daß Abtreibung im Falle von Vergewaltigung oder Blutschande gerechtfertigt ist?
Weniger als ein Prozent der Abtreibungen ist die Folge von Vergewaltigung oder Blutschande. Sollte aber Vergewaltigung oder Blutschande geschehen, so glaube ich, daß Gott das, was der Teufel für das Böse zu tun beabsichtigte, annehmen und für eine gute Sache gebrauchen wird. Für das Leben eines jeden Kindes hat er ein ganz bestimmtes Ziel. Und das natürliche, das normale Ende einer Schwangerschaft ist immer die Geburt.
Wir wissen, daß durch die Abtreibung die Frau ein Trauma erleidet. Eine Frau, die Opfer einer Vergewaltigung oder einer Blutschande wurde, ist traumatisiert worden. In vielen Fällen der Blutschande wird eine Frau aus der Situation des Mißbrauchtwordenseins befreit, bekommt sie eine Abtreibung, wird sie wieder in die alte Situation zurückversetzt.
Was sagen sie einer Frau, die eine Abtreibung erwägt?
Ich werde sagen: „Spüren sie die Veränderung ihres Körpers? Es ist das sichere Zeichen für die Kraft des Kindes, Signale auszusenden, um Sie wissen zu lassen, daß „ER" oder „SIE" - ist. Es gibt Hilfsdienste für Mutter und Kind in Not, um ihnen zu helfen mit allem Notwendigen.
Auch ist wichtig, Menschen zu finden, die sie annehmen und lieben. Ich weiß, es ist nicht immer leicht, durch diese Krisenzeit hindurchzukommen - ich habe beides durchlebt und durchlitten. Ich habe abgetrieben und das Kind vernichtet, von dem ich heute unaussprechlich gerne wollte, daß ich es geboren hätte. Auch habe ich in einer Krisenzeit, als ich 16 Jahre alt war, ein Kind zur Welt gebracht.
Und heute sind meine beiden Kinder der größte Segen in meinem Leben. (J.B.)
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