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Unsere Medizin ist schizophren. In der Säuglings-Intensivstation kämpfen Ärzte und Schwestern Tag und Nacht um das Leben eines eineinhalb Kilo schweren Würmleins, um es später gesund seiner überglücklichen Mutter zu übergeben. Aber im gleichen Krankenhaus werden jedes Jahr Hunderte dieser kleinen Geschöpfe brutal umgebracht.
Unsere Gesellschaft ist schizophren. Tausende gehen auf die Straße, um für die Menschenrechte, für den Umweltschutz oder für den Frieden zu demonstrieren. Häufig sind es jedoch dieselben Demonstranten, die lauthals „das Recht auf den eigenen Bauch" proklamieren und eine hemmungslose Freigabe der Abtreibung fordern. Wer anderer Meinung ist, wird niedergeschrien.
Aber es gibt auch die verfeinerten, humanen Abtreibungsbefürworter. Ihnen geht es nur angeblich um das Wohl der betroffenen Frau, nur um eine Freigabe in den ersten drei Monaten. Ihre Sprache ist wertneutral: Sie sprechen von der Entfernung der Fruchtblase als handelte es sich um die Beseitigung eines störenden Hautflecks.
Wir alle stehen unter dem ständigen Trommelfeuer der Abtreibungs-Propaganda in Zeitung, Radio und Fernsehen. Da werden Statistiken gezeigt und Wissenschaftler zitiert, Psychologen, Soziologen und Mediziner. Und alle sagen sie dasselbe: Die Abtreibung muß liberalisiert werden, nur so können wir den betroffenen Frauen helfen.
Die raffinierte Mischung aus brutalen Slogans und feinfühligen Kommentaren hat ihre Wirkung auch auf bibeltreue Christen nicht verfehlt.
Es gab eine Zeit in meinem Leben, wo auch ich die Abtreibung als alleinige Angelegenheit der Frau sah, die sie mit ihrem Arzt und ihrem Gott aushandeln müsse. Als Christ kannte ich wohl die Aussagen der Bibel, aber als moderner Mediziner wollte ich flexibel und human sein.
Drei Dinge gaben mir den Anstoß, meine Meinung zu ändern: Zum ersten las ich die psychiatrischen Gutachten (Situation in der Schweiz), die Frauen und Mädchen den Weg für den Eingriff ebneten - eine Sammlung von Halbwahrheiten und Übertreibungen. Drei Tränen genügen oft, um eine schwerste Depression zu diagnostizieren.
Und dann erlebte ich, wie ein junger Gynäkologe weinend zusammenbrach und ausrief: „Heute habe ich meine fünfzigste Abtreibung gemacht, und ich weiß, daß es Mord ist. Die Schuld lastet so schwer auf mir ..." Doch der Chef sagte zu seinen Assistenten: „Wenn Sie nicht abtreiben wollen, müssen Sie sich eine andere Stelle suchen!"
Eines Tages stand ich dann selbst im Operationssaal (OP) und sah bei einer Abtreibung zu. Die Saugcurette wurde eingeführt, die Vakuumpumpe angestellt. Langsam kletterte der Zeiger des Manometers höher. Plötzlich zerriß ein lautes gieriges Schlürfen die Stille des OP.
Damals, als der mörderische Schlund des Saugrohrs das ungeborene Leben verschlang und schaumiges Blut, zerfetztes Gewebe und abgehackte Händchen ausspie, da wurde ich zum vehementen Abtreibungsgegner. Ich habe mich seither geweigert, auch nur eine Narkose für diesen Eingriff zu machen.
Vielleicht geht es Ihnen ähnlich wie mir vor diesen Erlebnissen: Sie fühlen dumpf, daß Abtreibung falsch ist, aber Sie wissen nicht, warum Sie dagegen sind. Ich möchte Ihnen im folgenden einige Gedanken weitergeben, die mir geholfen haben, mir eine persönliche Meinung zu bilden.
Die Bibel sagt uns deutlich, daß unser Leben nicht sinn- und wertlos ist. Die Entstehung des Lebens ist nicht einfach Zufall.
Mit welcher Ehrfurcht drückt dies doch David in Psalm 139 aus: „Ich danke dir, daß du mich wunderbar gemacht hast; wunderbar sind deine Werke, und meine Seele erkennt das wohl! Mein Gebein war dir nicht verborgen, da ich im Verborgenen gemacht ward, gewirkt tief unten auf Erden. Deine Augen sahen mich, als ich noch unentwickelt war, und es waren alle Tage in dein Buch geschrieben, die noch werden sollten, als derselben noch keiner war."
Was von den Abtreibern oft einfach als Schwangerschaftsprodukt bezeichnet wird, ist in Wirklichkeit das größte Wunder der Welt.
Doch das gewaltsame Herauszerren mit brutalsten Methoden ist heute zur zweithäufigsten Operation nach der Mandeloperation geworden.
Ja, aber gibt es nicht doch Fälle, bei denen eine Abtreibung medizinisch indiziert ist, d. h. lebensnotwendig ist?
Dr. Alan Gutmacher, einer der glühendsten Befürworter der Abtreibung, gibt selbst zu: „Heute ist es möglich, beinahe jede Patientin auch während einer Schwangerschaft durchzubringen, es sei denn, sie leide an einer Krankheit, die wie Krebs oder Leukämie ohnehin zum Tod führt. Dann aber würde auch eine Abtreibung das Leben nicht mehr verlängern oder gar retten."
In Bezug auf schwere Geisteskrankheiten sagt er: „Es gibt kaum Beweise, daß die Schwangerschaft eine Psychose verschlechtert, sowohl akut als auch auf lange Sicht."
Was aber, wenn eine Untersuchung ergibt, daß ein Kind bei der Geburt schwer mißgebildet sein wird? Nun, die meisten dieser Tests sind ungenau und nehmen in Kauf, daß ebensogut ein gesundes Baby getötet wird. Oft geht es so lange, bis das Resultat vorliegt, daß das Kind bereits lebensfähig wäre. Dennoch wird es herausoperiert und beiseite gelegt. Niemand kümmert sich um das zuckende Bündel, das verzweifelt nach Luft schnappt und dann langsam blau wird, kalt und leblos ... Man könnte ein Baby ebensogut nach der Geburt umbringen.
Durch die Frühdiagnostik wird jener unheilvolle Trend gefördert, nach dem Gesundheit machbar sei und einfach kein krankes Kind mehr zur Welt kommen darf. Man wird immer stärker an die „Ausmerzung lebensunwerten Lebens" im Dritten Reich erinnert.
Befürworter behaupten, daß Abtreibung im Krankenhaus gefahrlos sei. In Wirklichkeit ist sie einer der risikoreichsten Eingriffe unter den Routine-Operationen: Schwerste Blutungen, Durchstoßung der Gebärmutter, lebenslange Unterleibsentzündungen, schwere Komplikationen bei späteren Schwangerschaften, Fehlgeburten und Unfruchtbarkeit treten in über 30% der Fälle auf.
Wenige haben je erfaßt, welche Schuldgefühle eine Frau nach dem Eingriff durchleidet. Nicht wenige suchen nach dem Schwangerschaftsabbruch Hilfe beim Psychotherapeuten. Gottes klare Richtlinien lassen sich nicht folgenlos übertreten! Wohl ist es die Pflicht des Arztes, eine Patientin über das medizinische Risiko aufzuklären. Aber wer ermutigt die Schwangere, ihr Kindlein auszutragen? Wer sagt ihr, daß es Möglichkeiten gibt, ihr anderweitig zu helfen? Wer spricht von den schweren psychischen Folgewirkungen der Abtreibung? Wer weist sie hin auf ihre Verantwortung gegenüber Gott?
Zu keiner Zeit ist die Frau verletzbarer als in den ersten Schwangerschaftsmonaten. Außer Übelkeit merkt sie kaum etwas von dem Wesen, das in ihr heranwächst. Abtreibung scheint das ideale Mittel zu sein, den Seitensprung oder die Partynacht ungeschehen zu machen. Der Ehemann, der Freund, die Familie - sie alle bedrängen sie, das „Ding" doch „wegmachen" zu lassen.
Was als Privatsache hingestellt wird, ist in Wirklichkeit der Entzug jeden Schutzes, den die Frau früher vom Gesetz her genoß. Die Warnfeuer des Gesetzes wurden erstickt.
Die Zuschauerhaltung vieler Christen ist erschreckend. Ein Pfarrer wurde in einer öffentlichen Diskussion gefragt, ob er in der Seelsorge die Frauen über das ungeborene Leben und über die Risiken der Abtreibung informiere. „Nein", war seine Antwort, „denn eine solche Information könnte Angst- und Schuldgefühle wecken, und die Frau in ihrer freien Wahl einschränken."
Als Christen dürfen wir nicht schweigen zu den fatalen Auswirkungen der Abtreibung, sonst machen wir uns mitschuldig am millionenfachen Kindermord unserer Zeit. Wir sind Rufer in einer Gesellschaft ohne Maß. Aber es gilt auch, offene Augen zu haben für Frauen und Mädchen in Not. Die Vereinigung AKTION LEBEN e.V. gibt Ihnen viele wertvolle Ratschläge für eine effektive Hilfe und Vorbeugung.
Ja sagen zu einem Kind ist nicht immer leicht, es ist ein Kampf. Ja sagen zu einer eventuellen Behinderung. Ja sagen zu seinem schwierigen Charakter. Ja sagen zu einem Verzicht auf materielle Güter. Dazu kann sich nur derjenige durchringen, der nicht aus eigener Kraft schöpft, sondern um die unerschöpflichen Kraftquellen Gottes weiß.
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